Die neue Leiterin des Straßenverkehrsamtes zog es der Liebe wegen nach Paderborn

Die gemütliche Terrasse in ihrem Garten gehört zu den Lieblingsplätzen von Angie Reeh. Hier fühlt sich die gebürtige Münchnerin wohl und angekommen. Foto: Rowena Hinzmann

Paderborn. Bis vor kurzem war die Kreisrechtsdirektorin die Verwaltungschefin der Polizei Paderborn. Seit Mai steht sie als Leitung an oberster Stelle des Straßenverkehrsamtes. Und der Deutsch-Englische Club Paderborn freut sich auch über eine neue Vorsitzende. Die Rede ist von Angie Reeh, der Wahl-Paderbornerin, die längst kein unbekanntes Gesicht mehr in der Region ist. Im Rahmen der „Zuhause bei…“-Reihe besuchte die PBamS die gebürtige Münchnerin in ihrem Domizil in der Südstadt.

„Wenn eine Tür sich schließt, öffnet sich eine andere“, diese alte Lebensweisheit ist Angie Reeh vertraut und seit ihrer Kindheit immer ein treuer Wegbegleiter gewesen. Denn bereits in ihren frühen Jahren prägten viele Umzüge das Leben von Angie Reeh. „Berufsbedingt hielt es damals meine Familie nie allzu lange an einem Ort. Daher ging es alle drei bis vier Jahre weiter“, blickt sie zurück. Doch wer denkt, das dies ein trauriges Kapitel ihrer Geschichte sei, hat falsch gedacht: „Ich habe mich immer auf das Neue, das auf mich wartete, gefreut“, so Reeh und täte es auch heute noch.

Fragt man sie nach ihrem Heimatort ist die Antwort ganz klar: München. Die Stadt, in der sie sowohl geboren wurde als auch die längste Zeit ihrer Jugend verbracht hat, bis zum zweiten Staatsexamen ihres Jura-Studiums.

Der Liebe wegen nach Paderborn

Aber: „Paderborn ist meine zweite Heimat geworden. Ich habe das Gefühl, angekommen zu sein und fühle mich hier sehr wohl“, sagt sie zufrieden. Seit sieben Jahren lebt sie zusammen mit ihrem Ehemann, IHK-Zweigstellenleiter Jürgen Behlke und ihren beiden Söhnen aus erster Ehe in einem Einfamilienhaus in der Nähe der Universität Paderborn. Alles andere als stur habe sie die Paderborner kennengelernt, als es sie der Liebe wegen von Frankfurt in die Paderstadt führte. „Wir wurden hier alle mit offenen Armen aufgenommen“, weiß Angie Reeh noch genau. Viele Orte und Gegenden hat die 52-Jährige bereits gesehen, doch Paderborn hat sich für sie als ein besonders schöner Fleck auf der Landkarte entpuppt: “Paderborn finde ich sehr liebenswert und wesentlich interessanter und schöner als viele der Meinung sind.“ Insbesondere die Brücke zwischen Historik und Moderne im Stadtkern, die vielen unterschiedlichen Veranstaltungen sowie die Lage haben es der Wahl-Paderbornerin angetan. „Man hat hier alles und kommt in kürzester Zeit überall schnell hin.“

Pop-Konzerte und Wochenendtrips

Diese kurzen Wege nutzt die neue Straßenverkehrschefin auch gerne, um ihrer Freude an, wie sie sagt, „Pop-Konzerten“ nachzugehen. Bands wie Revolverheld, Genesis, Silbermond und Musiker wie Bryan Adams und viele andere hat sie bereits gesehen und weitere sollen noch folgen. Ihre Konzertbesuche verbindet sie dabei gerne mit Wochenendurlauben: „Kurztrips sind für uns ein toller Ausgleich und optimal, um abzuschalten und dabei Spannendes und Sehenswertes kennenzulernen“. Ohnehin sei ihre Lust am Reisen groß – sowohl innerhalb Deutschlands als auch in andere Länder. Auf vier Kontinenten ist sie bereits gewesen. Der letzte – Australien – folgt im Januar.

Durch die Leidenschaft zum Reisen entdeckte sie auch die Freude an den unterschiedlichsten Sprachen. Besonders die englische Sprache liegt ihr am Herzen, weshalb sie sich auch dem Deutsch-Englischen Club (DEC) Paderborn angeschlossen hat. „Ich finde es sehr interessant, was die Engländer zu unserer Gesellschaft beitragen. Ihre Art ist sehr herzlich und die Paraden und imposanten Uniformen sind immer wieder beeindruckend zu sehen“, so Angie Reeh, die seit Februar dieses Jahres die neue Vorsitzende des Deutsch-Englischen Clubs ist. Zudem sehe sie die Briten als festen Bestandteil von Paderborn. Eine spannende Zeit erwartet die Kreisrechtsdirektorin nach dem Abzug der in Paderborn stationierten britischen Streitkräfte bis 2020: „Dann gilt es, Traditionen neu zu gestalten und Anlaufpunkte für diejenigen, die hier bleiben, zu schaffen. Damit es ihnen gelingt, in unserer Gesellschaft auch ohne die British Army im Rücken Fuß zu fassen.“

„Für mich hat alles einen Sinn“

Neben ihrem Engagement im DEC ist sie zudem Mitglied weiterer Vereine und Netzwerke, unter anderem beim Paderborner Netzwerk „MagNet F“ für Unternehmerinnen und weibliche Führungskräfte als auch im Lions Club. „Es ist das gemeinsame Ziel“, was sie reizt, „etwas Gutes zu tun und zu geben – das in einem Verein immer mit netten Leuten und Spaß verbunden ist“.

Gutes zu tun und aus allem etwas positives zu ziehen, setzt sich auch in der Mentalität der zweifachen Mutter fort. „Für mich macht alles einen Sinn, auch wenn der Grund erst nicht offensichtlich ist. Es fügt sich irgendwann alles zusammen“, beschreibt sie ihre Grundeinstellung. Dabei setzt sie sich bewusst mit Unangenehmem auseinander, zieht das Positive daraus, um so nicht unnötig lange im Unglück zu verharren. „Man lernt vor allem aus den Katastrophen, aus denen man in der Regel wieder gestärkt herauskommt“, ist Angie Reeh überzeugt.

Am meisten Kraft und Entspannung holt sie sich jedoch aus ihrer Familie. Zum Beispiel beim gemeinsamen Grillen am Abend oder Wochenende. Dann gibt es Maiskolben, gefüllte Pilze, Salate, leckeres Fleisch und vegetarische Schnitzel – zubereitet von ihrem „Grillmeister“, wie sie ihren Ehemann liebevoll betitelt. Und wenn alle zusammen sind, dann, sagt sie, „ist die Welt für mich am schönsten“.