Paderborn. In Hop’s Bierbar liegt ein süßlich-mehliger Geruch in der Luft. Lutz Luig, Inhaber der Craft Beer Bar, hatte zum Braukurs eingeladen. Unter Anleitung von Christian Wolf, Braumeister der Dortmunder Aktien Brauerei, konnten sich die elf Teilnehmer an zwei unterschiedlichen Biersorten ausprobieren.

„Bierbrauen ist kein schneller Prozess, aber selbst mit einfachen Hausmitteln lässt sich ein wohlschmeckendes Produkt herstellen. Das bringe ich den Hobbybrauern heute bei“, so Christian Wolf zum weiteren Ablauf. Gebraut werden an diesem Tag ein Porter Bier und ein Pale Ale. Ersteres zeichnet sich dabei durch einen intensiven Röstgeschmack aus, welcher durch das eingesetzte Malz erzeugt wird. Zur Veranschaulichung liegen verschiedene Malzsorten auf dem Tresen, die man auch probieren kann.

Die verschiedenen Röstgrade der Malzkörner erkennt man gut.

Nachdem das Malz geschrotet wurde, wird es in großen Töpfen gemeinsam mit Wasser auf 66 Grad erhitzt. „Diese Temperatur nennt man „Kombirast“, das ist der Temperaturbereich an dem die chemischen Umwandlungsprozesse am gleichmäßigsten ablaufen“, sagt Wolf, der gleichzeititig die richtige Rührtechnik präsentiert. Eine Stunde später und nach viel Rührerei ist aus dem mehligen Gemisch, der Maische, eine sehr süße Lösung geworden, denn die vorhandene Stärke in den Malzkörnern wurde zu Zucker umgewandelt. Zucker ist die Voraussetzung, damit der darauf folgende Gärvorgang auch den gewünschten Alkoholgehalt im Bier erzeugen kann. Hefe, das ist vom Backen bekannt, braucht Zucker als Nahrung. Bevor die Mischung aber zum Gären gebracht wird, fehlt noch eine wichtige – für den Geschmack ausschlaggebende – Zutat: Der Hopfen. Hopfen gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, zum Beispiel als Pellets oder als Extrakt, welches vor allem in den Großbrauereien Anwendung findet. Manchen Bierkritiker veranlasst das dazu, den führenden Brauereien einen gewissen Geschmacksmainstream zu unterstellen. Einsatz finden heutzutage aber auch „Aromahopfen“, die dem Bier eine ganz besondere Geschmacksnote verleihen.

Lutz Luig, Inhaber von Hop’s Bierbar, mit dem Bierfächer, auf dem man sich die unterschiedlichen Biersorten anschauen kann.

Zwischen den Arbeitschritten bleibt für Christian Wolf aber auch immer ein wenig Zeit um aus der Bierwelt zu berichten: „Schüttelt bloß den Bodensatz beim Hefeweizen nicht auf. Das ist totes Material und verdirbt den Geschmack“, so der Dortmunder Braumeister in Bezug auf einen weitverbreiteten Mythos.

 

 

Die Bierauswahl beim Craft Beer ist riesig.

Auf den Begriff „Craft Beer“ angesprochen, betont Christian Wolf gegenüber den Teilnehmern: „Das ist eigentlich ein Modebegriff. Für mich hat Craft Beer weniger mit der reinen Herstellung zu tun, als aus der Produktvielfalt das Optimum herauszuholen.“ Am Ende des Tages konnten die Teilnehmer ihre Mischung abfüllen und mit nach Hause nehmen, wo das Bier seine endgültige Reife erlangt und schließlich verkostet werden kann.

Und was kann schon besser schmecken als ein selbstgebrautes Bier?

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