VON TOBIAS VORWERK

Paderborn. Die PBamS Zuhause bei Art Cartel-Gründer Burkhard Lohren – Kulturpolitik, Kunst und Leben. Jeder Paderborner hielt schon eines seiner Kunstwerke in den Händen …
Burkhard Lohren ist ein waschechter Paderborner: Geboren und aufgewachsen an den Paderquellen, Libori ist für ihn heilig und er sagt über sich selbst: „Ich bin Paderborner und ich bin gerne Paderborner!“ Für die Serie „Zuhause bei…“ besuchte ihn die Paderborn am Sonntag und sprach mit ihm über sein Kreativ-Netzwerk Art Cartel, die Kunstszene in Paderborn sowie sein Leben und seine Kunst in der Paderstadt.

„Das Jahr ist jung und ich habe schon was geleistet“, lacht Burkhard Lohren, als er seine neusten Collagen mit Autos aus Filmklassikern zeigt. Diese entstanden kurz nach dem Jahreswechsel.
Fotos: Tobias Vorwerk

„Ich mag Herausforderungen“, beginnt Burkhard Lohren das Gespräch und bezieht sich damit auf das von ihm gegründete Kreativ-Netzwerk Art Cartel. In diesem Jahr feiert dieses seinen zehnten Geburtstag. Größtes Ziel seiner Agentur ist die Sichtbarkeit der Künstler, so Lohren, der Art Cartel schuf, um die Paderborner Künstler besser zu vernetzen, Aufträge zu vermitteln und beispielsweise auch Kontakte mit Unternehmen herzustellen. „Kunst ist Kommunikation und Kommunikation ist Kunst“, sagt Lohren über seine Arbeit, mit der er seine Kunden bei der Umsetzung verschiedenster Projekte begleitet und diese koordiniert. „Leider“, so sagt Lohren, „ist es aber nach wie vor so, dass Kunst und die Künstler in unserer Stadt wenig auf die Unterstützung seitens der öffentlichen Hand hoffen und setzen können.“ Eigeninitiative und kreative Konzepte sind gefragt. „Paderborn könnte so viel mehr. Das sieht man vor allem am Kunstverein, der seit 50 Jahren tolle Ausstellungen macht“, sagt er. Allerdings verfolge die Stadt in seinen Augen eine Kulturpolitik, die an der Situation für zeitgenössische Kunst nichts ändern könne. „Es gibt zwar Ansätze zur Förderung von Netzwerken, doch die Unterstützung bei Projekten ist sehr mager“, bemängelt er. Paderborn setze ausschließlich auf Großausstellungen in Zusammenarbeit mit der Kirche, dem Theater „und als Kulturveranstaltung sieht man hier Libori und andere Volksfeste“. Lohren sieht kulturelle Vielfalt und eine ausdifferenzierte Kulturlandschaft als wichtige Faktoren für die Lebensqualität der Einwohner. „Paderborn ist eben eher eine Sportstadt, als eine Kunststadt“, schmunzelt er.

„Die Stadt ist wunderbar grün“

Dennoch liebt Lohren die Stadt, in der er 1963 geboren ist und die für ihn Mittelpunkt seines Lebens und Schaffens ist: „In Paderborn ist alles zu Fuß erreichbar und die Stadt ist wunderbar grün und in einem Top-Zustand – wo gibt es das schon?“ Die Stadt inspiriert ihn auch immer wieder zu eigenen Kunstwerken. Da die Mutter Malerin ist, näherte er sich schon in Kindheitsjahren der künstlerischen Szene.

Arbeit im Home-Office: Sowohl die Agenturarbeit, als auch die eigene Kunst entsteht am heimischen Rechner.

Als einer der ersten Künstler nutzte er später die digitale Technik und schuf beispielsweise Pop-Art Collagen mit Sehenswürdigkeiten verschiedener Städte, auch Paderborn, oder Oldtimern als Motiv. Zum Entspannen oder Genießen abseits der Arbeit im Home-Office liest Lohren hauptsächlich Fachliteratur oder genießt einen Whisky. „Es gibt keinen Tag, der ist wie der andere“, so Lohren, bei dem sich das Private und das Geschäftliche ständig vermischen.

Eine besondere Ehre für ihn war die Gestaltung der Weihnachtsmarkt-Tassen im vergangenen Jahr. „Die hatte wohl jeder Paderborner schon einmal in der Hand“, freut sich der Paderborner aus Leidenschaft.