Frank Wolters wird als Chef der Wirtschaftsförderung kreative Neuerungen nach Paderborn bringen

Der Tag beginnt nach einem Kaffee für Frank Wolters mit dem Blick in die aktuellen Zeitungen sowie in Social Media Kanäle, um sich einen umfassenden Informationsüberblick zu verschaffen. Foto: Vorwerk

VON TOBIAS VORWERK

Paderborn. Die Zähne einmal mit der linken Hand putzen und dabei auf einem Bein stehen: Frank Wolters mag es, routinierte Vorgänge zu durchbrechen. Nur so schreite man voran und schlafe nicht ein. Andere Wege abseits des Üblichen aufzuzeigen gehört für den 49-Jährigen zur Tagesordnung. Seit März dieses Jahres ist Wolters als neuer Geschäftsführer der Paderborner Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) in der Paderstadt zuhause und angestellt. Für die Serie „Zuhause bei…“ hat die Paderborn am Sonntag den gebürtigen Krefelder in seiner neuen Wohnung besucht und über das Leben und Arbeiten in Paderborn sowie das Engagement der WFG gesprochen. Fazit: „Paderborn hat Bock“.

In einem ruhigen Seitenarm der Detmolder Straße liegt die rund 90 Quadratmeter große Wohnung von Frank Wolters. Noch nicht fertig eingerichtet, spiegelt sie trotzdem den Charakter des bisher einzigen Bewohners wider: freundlich, hell, positiv und offen. Seit März lebt und arbeitet Wolters in Paderborn. Den ehemaligen Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Neuss zog es aus beruflichem Ehrgeiz in die rund 170 Kilometer entfernte Stadt an der Pader. In Neuss, so sagt er, hätte er beruflich nichts großartiges mehr verändern können. Sein damaliger Chef sagte: Erfolgreicher als jetzt können wir nicht werden. Dies sei hier anders. Mit dem Ausbau der WFG in Richtung digitaler Wandel steht Wolters vor vielen Herausforderungen – und genau das reizt ihn an seinem Traumjob als Wirtschaftsförderer. Demnächst wird Paderborn auch seine Frau, Dr. Marion Krause-Wolters begrüßen und ihr ein neues Zuhause geben. Sie kenne die Stadt bis jetzt nur von diversen Besuchen, und stellt fröhlich fest: „Das ist ja wie Urlaub hier“, berichtet Wolters. Perspektivisch möchte er hier mit seiner Familie eine neue Heimat finden. Es fehlt noch das passende Grundstück oder Einfamilienhaus, aber das werde sich sicherlich noch finden. „Die Wohn- und Lebensqualität ist fantastisch“, sagt er mit Blick auf die kurzen Wege, die Nähe zur Natur und den sportlichen Angeboten. Diese sind für den Familienvater sehr wichtig. Als Langstreckenläufer, Rennradfahrer und Schwimmer bietet Paderborn für ihn die besten Voraussetzungen, seinen triathletischen Hobbies nachzugehen. „Die Städte muss man erstmal finden, wo man Stabhochspringern, Diskus- und Speerwerfern beim Training zuschauen kann“, schwärmt er von den Flächen des Ahorn-Sportparks, den er als „absolute Top-Anlage“ bezeichnet.

Arbeit und Freizeit verbinden

Für Paderborn findet Wolters ausschließlich lobende Worte: „Hier kann ich Freizeit, Leben und Arbeit so verbinden, dass sich alles perfekt ergänzt.“ In den rund fünf Monaten, die er nun hier lebt, habe er bereits viele Menschen kennengelernt, die ihm mit zahlreichen Ideen und der Lust daran, etwas aufzubauen, positiv aufgefallen sind. Dies kenne er aus dem Rheinland nicht. „Die Leute haben hier Bock, etwas zu machen“, stellt er fest. „Ich verstehe auch langsam, was die Paderborner mit Libori meinen und verbinden, aber wenn man von außen kommt, dauert es bestimmt einige Jahre, bis man das Gefühl verinnerlicht hat“, resümiert er die jetzt endende fünfte Paderborner Jahreszeit, bei der ihm erneut aufgefallen sei: „Die Stadt kann feiern, ernsthaft sein und hat immer Lust, etwas zu machen.“
Frank Wolters ist offen und neugierig. Auch beruflich blicke er immer nach rechts und links. Ein „Das geht nicht“ zu akzeptieren, fällt ihm schwer. Damit gehe er seinen Kindern auch manchmal auf die Nerven, scherzt er. Für die Arbeit als Wirtschaftsförderer ist eine solche Einstellung die optimale Voraussetzung.

Neue Kontakte knüpfen

Die WFG kümmert sich kostenlos in allen unternehmerischen Belangen um Firmen, Einzelpersonen oder Start-Ups. Von letzterer Szene erhofft sich Wolters in Paderborns Zukunft sehr viel: „Wir brauchen mehr Firmen wie zum Beispiel dSPACE, die sich aus der Universität gegründet und zu einem namhaften Unternehmen entwickelt haben.“ In enger Zusammenarbeit mit Rüdiger Kabst vom Paderborner Gründercenter Tec-UP und der Garage33 verspricht sich Wolters eine positive Entwicklung des Paderborner IT-Standortes. Als WFG-Geschäftsführer möchte er neue Kontaktmöglichkeiten zwischen Forschung und Mittelstand schaffen, Unternehmen beratend zur Seite stehen sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft Paderborns fördern. Um das zu realisieren werde die WFG in Zukunft unter anderem Veranstaltungen organisieren, auf denen verschiedenste Akteure aufeinandertreffen sollen. „Paderborn ist offen für sowas“, ist sich Wolters sicher, der großes Potenzial in der Standortentwicklung und -identifikation Paderborns erkennt.

Offen ist auch das Ende des Besuches in Frank Wolters neuem Zuhause. Ein Gespräch, welches noch Stunden hätte andauern können, verdeutlicht die Motivation des neuen Paderborners. Mit ihm ist eine Person an die Pader gezogen, die die Stadt mit frischem Wind, neuen Ideen und einem positiven Gemüt beeinflussen und weiterentwickeln kann. Wenn nötig, auch mit links und auf einem Bein.