Paderborn. Seit geraumer Zeit gehört Paderborn zu den Städten, in denen die Grenzwerte für Stickoxide überschritten werden. Dieses belegen die Messwerte am Westerntor/Friedrichstraße und Bahnhofsstraße. „Wir haben ein Recht auf saubere Luft“, fordern die Umweltschützer von BUND, pro grün und transition town.

„Röchelnde Passanten“ am Westerntor: (v. li.) Johannes Menze (pro grün), Katharina Müller (BUND), Barbara Leiße (pro grün), Cornelia Austermeier und Frieda Henn (beide Transition town).

Als „röchelnde Passanten“ schleppten sich einige Umweltschützer jetzt bei einem Flashmop über den Verkehrsknotenpunkt Westerntor, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Dafür hatte sich die „Gruppe 17“ neuformiert. Mit 64 Prozent ist der lokale Kraftfahrzeugverkehr der größte Verursacher von Stickoxidemissionen (NOx) in Innenstädten. „Insbesondere Stickstoffdioxid wird über die Atemluft aufgenommen, gelangt tief in die Lungen und führt zu Reizungen der Schleimhäute oder Infektionen. Längerfristige übermäßige Stickstoffdioxid­­konzentrationen verursachen chronischem Husten, Bronchitis und Asthma. Besonders bei Kindern steige das Risiko enorm, an Asthma zu erkranken“, erläutert Barbara Leiße.
Fahrverbote für Diesel in der Innenstadt seien längst überfällig, aber die Politik scheue sich zu handeln: „Interessen der Wirtschaft stehen über der Gesundheit, und die Menschen in den Innenstädten müssen den Preis zahlen“, kritisiert der BUND-Kreisvorsitzende Markus Müller. Außerdem spiele Stickstoffdioxid eine wesentliche Rolle bei der Bildung bodennahen Ozons, das als drittwichtigstes, menschengemachtes Treibhausgas vehement zur globalen Erwärmung beitrage.
Zur Diskussion über Luftschadstoffe haben pro grün, BUND und Greenpeace mit Dr. Axel Friedrich einen der einflussreichsten Antreiber für einen sauberen, klima- und gesundheitsgerechten Verkehrssektor zur Diskussion eingeladen. Friedrich hat maßgeblich an der Entwicklung von EU-Standards für Emissionen aus Kraftfahrzeugen mitgewirkt. Vortrag und Diskussion findeen am Donnerstag, 19. September um 19.30 Uhr im Hörsaal O1 in der Uni Paderborn statt.8