Paderborn. Zweimal pro Woche verwandelt sich der Raum vom Zwischenstand e.V., Königsplatz 10, in einen Treffpunkt für Menschen aus verschiedenen Kulturen. Seit Anfang September treffen sich dort rund 15 Frauen mit ihren Kindern, um sich kennenzulernen, gemeinsam Zeit zu verbringen und ein wenig Deutsch zu lernen. Die sogenannte Integrationswerkstatt wird geleitet von Raminta Marcinkute, die bereits seit 2012 ähnliche Treffen für Frauen aus Osteuropa anbietet. „Ich wusste nicht, was auf mich zukommt”, sagt die 37- Jährige, die erstmals mit geflüchteten Frauen und Kindern aus den arabischen Kulturkreisen arbeitet. Im Vordergrund der Werkstatt stehe nicht das explizite Deutschlernen, sondern vielmehr das gemeinsame Zeitverbringen und Kennenlernen.

Raminta Marcinkute leitet die Integrationswerkstatt. Fotos: Tobias Vorwerk

„Viele der Frauen fühlten sich sehr einsam”, weiß Marcinkute. Aus den Treffen im Zwischenstand seien mittlerweile viele Freundschaften entstanden und es habe sich eine familiäre Atmosphäre eingestellt und ein toller Treffpunkt entwickelt, so die Leiterin. „Wir sprechen unter anderem über die deutsche Kultur und das Leben hier. Dazu gehört auch, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu identifizieren und gegenseitige Vorurteile abzubauen”, erklärt Marcinkute die Intention der Integrationswerkstatt, die sie noch bis Ende März veranstaltet. „Zu unseren Themen gehören das Gesundheitswesen, die Arbeitswelt und Umwelt, aber auch die Nutzung und der Umgang mit Medien”, beschreibt Marcinkute, die der Meinung ist, das zur Integration weit mehr als nur die Sprache gehöre: „Das Verständnis der Strukturen, die Nutzung kultureller Angebote und offen für die Mitmenschen und das Leben sein, sind beste Voraussetzungen für gelungene Integration.” Ebenso sei es wichtig, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. All das bietet sie in ihrer Integrationswerkstatt an, die mit der nächsten Gruppe im März, ebenfalls im Zwischenstand, fortgesetzt wird. „Im Grunde geht es darum, dass die Frauen mit ihren Kindern nicht den ganzen Tag Zuhause sitzen und nicht wissen, was sie machen sollen oder sich einsam fühlen”, erklärt die gebürtige Litauerin. Das Lernen stehe dabei nicht primär im Fokus, dennoch übe man auch gemeinsam besser Deutsch zu sprechen. Während die Mütter beschäftigt sind, werden die Kinder nebenan im „Mit17”-Raum der Stadt Paderborn betreut. Wer Interesse hat, an den kostenlosen Treffen teilzunehmen, das Engagement von Raminta Marcinkute unterstützen möchte oder auch Räume und Ideen hat, um Ähnliches zu veranstalten, kann sich per E-Mail direkt an die Leiterin wenden unter: puonis@gmail.com. Neben dem Zwischenstand e.V. wird das Projekt „Integrationswerkstatt” unterstützt vom PEV NW e.V., der Familienbildungsstätte des Progressiven Eltern- und Erzieherverbandes NW e.V. Dieser engagiert sich in ganz NRW für eine gleichberechtigte Teilhabe von Familien am gesellschaftlichen Leben und ist dabei insbesondere im Weiterbildungsbereich aktiv.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.