Drei Monate ist es her, dass das Thema der maroden Küche im Schützenhof vom Rat der Stadt Paderborn behandelt wurde. Diskutiert wurde dabei vor allem, wer die Kosten für die Erneuerung der Küche zu tragen hätte, denn der der Pächter des vom Schützenverein verpachteten Gebäudes ist die Stadthallen-Betriebsgesellschaft.

In der Zwischenzeit wurden massive Schäden an der Bausubstanz festgestellt, die sowohl durch die Stadt Paderborn als auch durch den Schützenverein gutachterlich bewertet wurden. Risse im Boden hatten dafür gesorgt, dass Putzwasser ungehindert in Boden und Wände eindringen und großen Schaden verursachen konnte. Die Kosten dafür könnten sich auf einen niedrigen sechstelligen Bereich belaufen.

Nun stellt sich die Frage, wer für die Kosten der Sanierung aufzukommen hat, die nach Ansicht des Schützenvereins hätte vermieden werden können, wenn die Pächterin sich an die Instandhaltungs- und Instandsetzungspflichten gehalten hätte: „Die Verantwortung für die Feuchteschäden ist daher nach Einschätzung des Sachverständigen einer unterlassenen Instandsetzung durch die Stadthallen-Betriebsgesellschaft zuzurechnen. Offenbar habe man seitens der Stadthallen-Betriebsgesellschaft die ’schadensträchtige Wirkung der Risse unterschätzt!“ und fragt anschließend: „Warum die Stadthallen-Betriebsgesellschaft ihren vertraglich eindeutig geregelten Instandhaltungs- und Instandsetzungspflichten über Jahre hinweg nicht nachgekommen ist, konnte uns deren Geschäftsführerin, Frau Dr. Maria Rodehuth, bis heute nicht erklären“. Gegenüber der Paderborn am Sonntag wollte sich Frau Dr. Rodehuth nicht zu den Vorwürfen äußern, bevor an diesem Mittwoch der Aufsichtsrat der Stadthallen Betriebsgesellschaft tagt.

Dabei stellt der Schützenverein klar, dass er zwar die Verantwortung bei der Betriebsgesellschaft sieht, er aber auch bereit wäre, einen Kostenbeitrag zu leisten: „Vielmehr richten wir Paderborner Schützen den Blick im Sinne einer zügigen, nachhaltigen und für alle Beteiligten möglichst kostengünstigen Lösung nach vorne! Zwischen den Vertretern des PBSV einerseits und den Vertretern der Stadt Paderborn sowie der Stadthallen-Betriebsgesellschaft andererseits haben daher seit Januar 2018 insgesamt sieben Arbeitsgespräche stattgefunden, in denen es um eine Lösung der aufgetretenen Probleme ging. Außerdem haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche des PBSV mit politischen Vertretern stattgefunden. Dabei wehrt sich der Schützenverein auch gegenüber Vorwürfen, dass die Pacht zu hoch sei. Der „aktuelle Beitrag liege sogar 12 Prozent unter dem Wert von 1997“, so der Verein. Mehr in unserer nächsten Ausgabe.