Karfreitag: Stadt Paderborn verbannt Auto-Tuner

Paderborn. Die Stadt Paderborn hat für Karfreitag, 14. April, eine Allgemeinverfügung erlassen, die jegliche Treffen der Tuning-Szene verbietet. In der Zeit von 0 Uhr bis 24 Uhr sind im gesamten Stadtgebiet, sowohl auf öffentlichen und privaten Flächen, keine Zusammenkünfte, egal ob mit oder ohne Fahrvorführungen, erlaubt. Die bisher von den Tunern benutzten Flächen sind am Karfreitag gesperrt.

Beispielfoto: Jan Stockmann/pixelio.de

Die Polizei unterstützt diese Verfügung und wird mit hohem Personaleinsatz zusammen mit Mitarbeitern der Stadt Paderborn kontrollieren, ob die Maßgaben des Verbotes eingehalten werden. Rechtsgrundlage für die Verfügung ist das Feiertagsgesetz NRW, das unter anderem das außerordentliche Schutzbedürfnis dieses Tages herausstellt. "Wegen der besonderen Bedeutung für die Ausübung der christlichen Religionsausübung, ist gerade der Karfreitag als einer der am stärksten geschützten Feiertage überhaupt anzusehen, dessen ernster Charakter eine besondere Rücksichtnahme erfordert", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Stadt und Polizei.

Jahrelanger Konflikt

In den vergangenen Jahren ist dieser Tag unter dem bekannten Motto "Carfreitag" regelmäßig zum Teil von mehreren tausend Teilnehmer der Tuningszene genutzt worden, um sich in Paderborn zu treffen. Allein im vergangenen Jahr waren es etwa 2.000 Fahrzeuge aus der Tuningszene, die sich am Karfreitag im Paderborner Stadtgebiet aufgehalten haben. Der Zustrom von Tunern, die zum Teil sogar bundesweit, nach Paderborn gekommen sind, hat dabei stetig zugenommen. Neben dem eigentlichen Treffen und der Zurschaustellung (Car-Posing) der technisch veränderten Fahrzeuge, war es durch Teilnehmer immer wieder zu  Verkehrsbehinderungen, gefahrenträchtigen Fahrmanövern und extremen Ruhestörungen durch laute Motorengeräusche, quietschende Reifen und mitunter stundenlangem Hin- und Herfahren im Stadtgebiet gekommen. "Hinzu kommt die gesteigerte Gefahr, dass Zuschauer oder unbeteiligte Dritte bei Unfällen schwer verletzt werden und die Treffen für illegale Rennen genutzt werden", argumentieren Stadt und Polizei zu ihrem ihr Vorgehen.
Die Zusammenkünfte so vieler Tuner in der Innenstadt führen schon  seit langem zu zahlreichen Beschwerden von Anwohnern, die sich in  ihrem Recht auf "Feiertagsruhe" gestört fühlen. Darüber hinaus wurden zahlreiche Tempoverstöße von Tuningteilnehmern festgestellt. Mehrfach mussten Anzeigen wegen technischer Mängel an den Fahrzeugen gefertigt werden.

Appell an Tuner: Nicht nach Paderborn kommen

Sollten sich Tuner trotz des Verbots in Paderborn treffen, müssen sie damit rechnen, dass ihre Identität festgestellt, ein Platzverweis erteilt wird und eine Ordnungswidrigkeitenanzeige gefertigt wird. Sollte dem Platzverweis nicht nachgekommen werden oder wird der Fahrzeugführer, trotz entsprechender Ansprache der Ordnungshüter, wiederholt im Stadtgebiet angetroffen, wird das Fahrzeug sichergestellt.
Die Stadt Paderborn und die Kreispolizeibehörde Paderborn betonen, dass mit den Maßnahmen keine "Kriminalisierung" der Szene erfolgen soll, sondern der Schutz von Anwohnern und die Einhaltung der Rechtsvorschriften im Vordergrund stehen. An die Tuner wird appelliert, erst gar nicht nach Paderborn
anzureisen.



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