Kein Platz für "Querschläger" auf Libori

Paderborn. Gibt es ein Libori ohne „Liboridade“? Aktuell sieht es jedenfalls so aus, als würde den „Querschlägern“ seitens der Stadt keine Bühne beim großen Paderborner Volksfest im Sommer gewährt.

Mit lauten Trommel-Rhythmen mischen sich die „Querschläger“ unter das Publikum – bislang auch bei Libori. Doch damit könnte in diesem Jahr Schluss sein. Foto: Matti Malandro

Von Björn Theis

Mit heißen Trommel-Rhythmen, großer Energie und sichtlichem Spaß an der Musik hatte die Gruppe das Publikum in den vergangenen Jahren in ihren Bann gezogen. Die Querschläger äußerten ihre Enttäuschung darüber, dass sie in diesem Jahr bei Libori wohl nicht dabei sein werden: „Gespräche mit dem Kulturamt, dem Stadtmarketing und dem offiziellen Libori-Orga-Team haben leider keine Früchte getragen. Für dieses Jahr wurde uns keine Bühne zugestanden. Das ist für uns schwer zu verdauen und wir sind wirklich traurig, euch nicht bei uns zu haben“, richtete Jochen Carl von den Querschlägern enttäuschte Worte an die Fans der Trommlergruppe. Bei den Musikern ist das Unverständnis groß, „wo wir doch die Stadt keinen Cent kosten und in den vergangenen Jahren so viele Libori-Besucher begeistern konnten.“ Er findet, „dass die Liboridade mit rund 80 Gästen aus Deutschland und Europa, die in den letzten Jahren immer nach Paderborn kamen, auch ein Stück gelebtes Europa war, ein positives Zeichen für kulturellen Austausch und Freundschaft. Auch das wird uns fehlen.“ Die Trommler wollen nun „positiven Druck“ auf die Stadt ausüben und eine Charming-Offensive starten: Wer für den Auftritt beim Libori-Fest ist, soll im Querschläger-Shirt eine Videobotschaft mit Statement aufnehmen und per E-Mail an jocar(at)querschlaeger.de senden.

"Es geht um Rücksichtnahme"

Seitens der Stadt Paderborn wird darauf hingewiesen, dass es sich um kein allgemeines Auftrittsverbot der Querschläger auf Libori handelt. „Es sind lediglich keine Auftritte auf den städtischen Bühnen am Franz-Stock-Platz und dem Rathausplatz vorgesehen“, erklärt  Katharina Multhaupt vom städtischen Presseamt. Da die Gruppe unerwartet und in großer Anzahl von mehr als 50 Personen auftrete, habe dies in der Vergangenheit zu Problemen im Programmablauf geführt. Es sei zu Verzögerungen gekommen, der Besucherstrom sei durch die große Gruppe mit Blick auf die Sicherheit gestört worden und es habe Beschwerden wegen des Lärms durch die Trommler gegeben. „Es geht hier um Rücksichtnahme“, sagte Multhaupt. Seitens der Stadt werde allerdings  geprüft, was hinsichtlich eines Auftrittes der Gruppe möglich ist. Das Votum auf der Facebook-Seite der Querschläger jedenfalls ist eindeutig: Es herrscht Entsetzen darüber, dass das Volksfest ohne sie stattfinden soll. „Libori ohne Querschläger, ist wie Liboriberg ohne Riesenrad“, lautet ein Kommentar, stellvertretend für viele andere. Die Solidarität ist groß.



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