Stadtrat lehnt weitere Finanzhilfe für SCP ab

Paderborn. Der Rat der Stadt Paderborn hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit großer Mehrheit eine finanzielle Unterstützung des klammen Fußball-Drittligisten SC Paderborn abgelehnt. Vor dem Rathaus versammelten sich gleichzeitig rund 100 Fans bei einer Demo und forderten: "Lasst den SCP nicht untergehen!".

Fandemo vor dem Paderborner Rathaus: Die Fans forderten eine finanzielle Unterstützung der Stadt, was in der Ratssitzung jedoch abgelehnt wurde. Foto: Marc Köppelmann

Nach einer intensiven Diskussion sprachen sich lediglich fünf Ratsmitglieder dafür aus, dem finanziell angeschlagenen Club unter die Arme zu greifen. Hauptargument für diesen Beschluss war, dass Profisport nicht direkt mit Steuergeldern finanziert werden dürfe.
Der Stadt Paderborn lag ein gemeinsamer Antrag des SC Paderborn und der Paderborner Stadiongesellschaft (PSG) vor. Von insgesamt 11 darin enthaltenen Punkten zur finanziellen Unterstützung des Vereins erschienen der Verwaltung nach intensiver Erörterung lediglich zwei Anträge realisierbar, die Bürgermeister Michael Dreier im Rat zur Diskussion stellte.
Zum einen war dies eine Stundung von Tilgungsleistungen in Höhe von 49.600 Euro jährlich für ein Darlehen zum Bau des Stadions, das die Stadt der PSG gewährt hatte. Zum anderen ging es um eine Stundung des Pachtzinses für die zwei Profifußballfelder im Trainings- und Nachwuchsleistungszentrum in Höhe von etwa 138.000 Euro jährlich.
Es stehe außer Frage, dass sich der Verein große Verdienste um die Stadt Paderborn erworben habe und durch den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga zu einem Aushängeschild der Stadt und der Region geworden sei, betonte Bürgermeister Michael Dreier. Er erinnerte allerdings gleichzeitig an den städtischen Zuschuss für den Bau des Stadions in Höhe von 3,4 Millionen Euro sowie die Gewährung eines Darlehns von 2,5 Millionen Euro. In den Ausbau der Infrastruktur rund um das Stadion habe die Stadt weitere Millionen investiert. Vier Millionen Euro seien seitens der Stadt für das Nachwuchsleistungszentrum aufgewendet worden, wobei zwei Millionen Euro durch die Pacht für die Profiplätze in den nächsten 20 Jahren an die Stadt zurückfließen werden. Damit
habe die Stadt Paderborn maßgeblich dazu beigetragen, dass der Verein
insgesamt über hervorragende Bedingungen verfüge.



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