Umgeben von Hügeln sind die Dahler zuhause

Dahl. Der Ortsteil im Südosten Paderborns ist kontinuierlich gewachsen. Auch der neue Heimat- und Kulturverein hat viel vor.

Den herrlichen Blick auf Dahl genießt Ortsvorsteherin Marie-Luise Reinicke. Dort am Ortseingang erinnert eine Tafel an das 975-jährige Dorfjubiläum im Jahr 2011. Foto: Björn Theis

Fährt man südöstlich des Paderborner Stadtzentrums, wird nach etwa sieben Kilometern der Ortsteil Dahl auf der Hochfläche im Ellerbachtal erreicht. Die hügelige Landschaft unterscheidet sich deutlich von der flach gelegenen Kernstadt. „Durch die Natur“, sagt Ortsvorsteherin Marie-Luise Reinicke, „ist Dahl für mich einer der schönsten Ortsteile.“ Es war auch einer der Gründe, warum die pensionierte Lehrerin vor mehr als 30 Jahren hier heimisch wurde, als es die heute 69-Jährige aus dem ebenfalls bergigen Weserbergland des Berufs wegen nach Dahl zog. Trotz des dörflichen Charakters finden die Einwohner eine gute Infrastruktur mit Frischemarkt, Bäckerei, Ärzten und Banken vor.
Die zu Beginn des Zweiten Weltkrieges noch bei 720 liegende Einwohnerzahl stieg seit Kriegsende kontinuierlich an. Zunächst kamen Evakuierte, Flüchtlinge und Vertriebene, später Neubürger, die die günstigen Baulandpreise in der Nähe Paderborns nach Dahl zog. Seit den 60er Jahren hat sich die Einwohnerzahl auf 2.800 verdreifacht. Durch die Nähe zur Universität in Paderborn haben sich viele Studierende und Professoren für den Ortsteil entschieden und sorgen zusammen mit den tief verwurzelten Dahlern für eine lebendige Mischung.
Das rege Vereinsleben mit Schützenverein, kfd und Sportvereinen macht den Ort lebendig. Mit dem „Runden Tisch“ leistet eine Gruppe integrative Arbeit für Flüchtlinge und kümmert sich um die neuen Mitbürger. Im „Internationalen Café“, das 14-tägig geöffnet ist, begegnen sich Flüchtlinge und Dahler. So ist ein gutes Miteinander entstanden.   
Die imposante katholische Kirche St. Margaretha ragt aus der Dorfmitte hervor. „Ich freue mich immer wieder, unsere Kirche zu sehen“, schwärmt Marie-Luise Reinicke von dem Gotteshaus. Monsignore Dr. Michael Hardt habe der Kirche  einmal ein ganz besonders schönes Kompliment gemacht, berichtet die Ortsvorsteherin: Es sei die zweitschönste Kirche in OWL – die schönste müsse erst noch gebaut werden.

 

Problem-Thema Windräder

„Gemeinsam für Dahl“ ist das Motto des ganz frisch gegründeten Heimat- und Kulturvereins. Durch Projekte, die die Zukunftsfähigkeit und kulturelle Entwicklung des Dorfes im Blick haben, sollen Fördergelder gewonnen werden. Das erste namhafte Vorhaben wird bereits im nächsten Jahr angegangen: Ein Kunst- und Skulpturenpfad auf dem Paderborner Karstrundweg in Dahl. „Der Rundwanderweg gehört schon  heute zu einem der schönsten in OWL“, erklärt der Vereinsvorsitzende Antonius Koch einleitend. Mit dem Projekt soll ein kultureller Bezugspunkt auf dem Weg geschaffen werden. Ein Symposium mit fünf Künstlern aus der Region ist im Sommer 2018 geplant. Für ausgewählte Standorte sollen diese Skulpturen und Objekte entwerfen, die sich mit der Spannung zwischen Natur- und Kulturlandschaft allgemein beschäftigen. Inszwischen ist das Projekt vom Förderbeirat der Bezirksregierung mit einer Förderempfehlung für 2018 bedacht worden. Es läuft also.Gleiches gilt für die Windräder-Situation auf den Hochflächen des Dorfes – allerdings zum Unmut der Dahler. Die Einwohner fühlen sich mittlerweile umzingelt von den Anlagen, immer neue kommen hinzu. „Wir sind nicht gegen Windkraft, allerdings soll der Abstand zur Wohnbebauung und die Anzahl im Blick behalten werden“, sagt Marie-Luise Reinicke. Für die Interessen der Einwohner kämpft die „Dahler Wind Initiative“, kurz  DaWi, bei dem leidigen Thema.  Der Ortsvorsteherin liegt für die Zukunft die Renaturierung samt Hochwasserschutz für den Ellerbach am Herzen. „Eine unansehnliche Wundstelle“, beschreibt Reinicke das Erscheinungsbild des Wasserlaufs in der Dorfmitte. Es will nicht wirklich vorangehen bei dem Projekt, was vor allem am Widerstand aus der Bevölkerung liegt. „Ich hoffe, dass wir hier noch in dieser Wahlperiode vorankommen“, so Reinicke, die CDU-Kreistagsmitglied  und seit 2014 Ortsvorsteherin in Dahl ist. Für ihren Ort wünscht sie sich, „dass der Zusammenhalt weiter wächst und die Vereine auch künftig einen so tollen Beitrag dazu leisten, damit wir das Motto ,Unser Dorf hat Zukunft’ weiterhin leben können.“



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