Die Sportart Showdown wird umgangsprachlich zwar häufig als „Blindentischtennis“ bezeichnet, dieses wird der komplexen Sportart jedoch nicht ganz gerecht, auch wenn das schnelle Spiel auf ähnlich aussehenden Tischen stattfindet.

Erfunden wurde das Spiel 2008 in Kanada, ursprünglich als Maßnahme des Rehasports für Blinde, das sich aber mittlerweile als reguläre Sportart auf dem ganzen Globus verteilt hat. So auch seit 2015 in der Sportstadt Paderborn, die von den Showdown-Spielern Petra Welsing und Alfons Vollmer in der höchsten Liga vertreten wird. „Wenn man sich einmal auf das Spiel einlässt, kommt man nicht mehr davon los“, klingt Vollmer begeistert, der auch auf der Weltrangliste vertreten ist. Ebenso wie seine Trainingspartnerin Petra Welsing. Beide bereiten sich aktuell intensiv auf das nächste Bundesligaspiel vom 23. bis zum 24. März in Paderborn vor sowie auf die deutschen Meisterschaften in Baunatal. Gespielt wird mit einem Kunststoffball, in welchem sich Metallstifte befinden, so dass Rollbewegungen wahrgenommen werden können. Die Schläger sind rechteckig und aus Holz. Ziel ist es, ein in der Tischplatte versenktes Loch zu treffen, welches der Gegner mit seinem Schläger verteidigt. Die Bälle erreichen dabei hohe Geschwindigkeiten, weswegen ein spezieller Handschuh vor Verletzungen schützt.

Damit auch „sehende Menschen“ mitspielen können – die Sportart ist hochinklusiv angelegt – tragen alle Spieler Augenmasken. „Meine blinden Mitspieler sind mir absolut überlegen, ihr Gehör ist einfach viel besser geschult“, so Anne Göhe, die an dem Training der beiden Bundesligaspieler teilnimmt und Schwierigkeiten hat, bei dem hohen Tempo mitzuhalten. Tatsächlich wird der Ball ausschließlich und hochkonzentriert über das Gehör wahrgenommen. Die Ballvirtuosität der blinden Spieler ist gerade deswegen nicht weniger als beeindruckend.

Alfons Vollmer betreibt den Sport mit großer Leidenschaft. Foto: Franz Köster

Auch wenn es neue Mitspieler am Anfang etwas schwerer haben sollten mit den beiden Profis zu konkurrieren, betonen beide die Offenheit ihrer noch wenig bekannten Sportart: „Wir freuen uns über jeden neuen Mitspieler“. Dafür stehen im Keller des TV 1875 zwei Showdown-Tische bereit, an denen gespielt werden kann. Beide Tische wurden mit Unterstützung lokaler Gruppen, wie den Leos oder den Inner Wheels, angeschafft und auch die zahlreichen Turnierfahrten werden zum Teil unterstützt.
Dafür bedanken sich Petra Welsing und Alfons Vollmer auch bei Franz Driller, dem Präsidenten des TV 1875, der ihnen die Trainingsmöglichkeiten im Sportzentrum ermöglicht hat. Vorher sind beide dafür regelmäßig nach Horn-Bad Meinberg gefahren, wo die nächste Platte im Umkreis stand. Neben dem Spiel, trainieren beide ihre Kondition und Fitness im Trainingszentrum am Goldgrund.