uhause bei… Anja und Manfred Werner, Schützen-Königspaar in Wewer

In der apfelgrünen Sitzecke in der Küche schmieden Luca, Manfred, Anja und Lara Werner (v.l.) Pläne für die Zukunft: Alle vier freuen sich auf die Kommunion von Lara. Foto: Christiane Bernert

VON CHRISTIANE BERNERT

Wewer. Zum Geburtstag einen Königsthron, einen Hofstaat, prächtige Kleider und natürlich eine Krone – dieses Geschenk machte Manfred Werner (44) seiner Frau zum 40. Geburtstag im vergangenen Mai. Die Regentschaft des Königspaares aus Wewer neigt sich nun dem Ende: Das Geschenk ihres Ehemanns hat Anja Werner einen vollen Terminkalender beschert, wenig Schlaf, unvergessliche Momente an der Seite des Königs und ein Fotoalbum mit den schönsten Erinnerungen an ihre Zeit als die Majestäten Anja und Manfred der St. Johannes- und St. Hubertus-Schützenbruderschaft Wewer.

Der Trubel ist abgeflaut, die Familie rückt in der frisch renovierten Küche zusammen. Farblicher Akzent ist ein frisches Grün, das zur guten Laune der vier Werners passt. „Die Küche ist der Ort, an dem die Familie zusammenkommt. Hier wird nicht nur gekocht und gegessen, hier diskutieren wir und schmieden Pläne“, sagt Mutter Anja. Lara (8) und Luca (3) lieben die apfelgrüne Sitzecke und freuen sich auf das nächste große Familien-Fest. Lara: „Ich bin im kommenden Jahr Kommunionkind.“

Bis es soweit ist, sind die Eltern voll und ganz mit der Renovierung des Hauses beschäftigt. Es ist das Elternhaus von Manfred Werner, das 1928 von seinem Opa erbaut wurde. „Ich kenne hier jeden Stein“, sagt der technische Leiter eines Paderborner Nahrungsmittelwerkes und das glaubt man ihm sofort. Vor Jahren fing er im Kriechkeller damit an, das Haus von links auf rechts zu krempeln. Wo man früher nur gebückt voran kam, befindet sich heute ein Partykeller mit Theke. Im Erdgeschoss wird neben der Küche, die seit Weihnachten fertig ist, demnächst das Esszimmer in Betrieb genommen.

In der heißen Schützenfest-Phase hatte die Königin samt Hofdamen hier das Ankleidezimmer etabliert. „Überhaupt herrschte bei uns wochenlang ein Haus der offenen Tür“, Anjas Augen strahlen, wenn sie sich an diese Zeit erinnert. „Wenn sowieso alles ziemlich wüst aussieht, kommt es auf noch mehr Durcheinander nicht an.“

Davon ist im unteren Teil des Hauses nichts mehr zu sehen. Während rund um den Küchentisch Grün dominiert, hat sich die Familie im Wohnzimmer auf Lila geeinigt. Sogar die Tulpen passen zum Teppich und zur Tapete.

Viel beschäftigte Königin

Die gemütliche Sofaecke lässt darauf schließen, dass hier der Tag ausklingt. Königin Anja beendete vor einem knappen halben Jahr ihre Elternzeit, seitdem musste sie ihre Regentschaft, den Job als kaufmännische Angestellte und die Familienarbeit kombinieren. „Langeweile kommt da nicht auf“, stellt sie nüchtern fest, „manchmal endet der Tag jetzt halt früher in der Sofaecke.“

Demnächst werden die Werners wieder in die hinteren Reihen der St. Johannes- und St. Hubertus-Schützenbruderschaft treten: Anja mit ihrer Querflöte in den Spielmannszug, Manfred ins Schützen-Fußvolk. Seine Regentschaft als Bezirkskönig dauert noch bis August. „In fünf Jahren darf ich erneut zum Vogelschießen antreten“, freut er sich schon jetzt.