Zuhause bei… Anne Kersting, Vorsitzende der Werbegemeinschaft

Anne Kersting, Vorsitzende der Werbegemeinschaft, liebt es, wenn alles zueinander passt. Ihr Wohnzimmer im englischen Landhausstil ist aber nicht nur zum Angucken da: Wenn die Enkelkinder Lilly und Tommy kommen, wird getobt.

VON CHRISTIANE BERNERT

Paderborn. „Die Fenster sind die Augen des Hauses“, sagt Anne Kersting (67), Vorsitzende der Werbegemeinschaft Paderborn, und betont, dass sie niemals überflüssiges Gerümpel auf der Fensterbank platzieren würde. Ganz im Gegenteil: Von außen sieht der Betrachter Orchideen in farblich abgestimmten Blumentöpfen, edle Glaskaraffen und Raritäten aus Porzellan hinter den Sprossenfenstern aus Holz stehen. Wer vor dem Haus am Pohlweg steht, erahnt, dass sich hinter der Haustür Wohnkultur verbirgt.

Geschmackvolles Mädchen-Zimmer

„Dass alles harmonisch zueinander passt, ist mir wichtig“ betont Anne Kersting und lacht, wenn sie sich an ihr Mädchen-Zimmer erinnert: „Ich hatte es schon immer gepflegt: Cocktail-Sessel, Nierentisch, Klappbett. Weil es bei mir einfach schön und gemütlich war, trafen meine Freundinnen und ich uns am liebsten in meinen vier Wänden.“

Dieses Faible für Gestaltung und Inneneinrichtung hat Anne Kersting kultiviert. Und zwar im englischen Landhausstil. Die Gardine passt zur Front der Küchenmöbel, in der Glasvitrine reiht sich ein Schmuckstück aus Glas und hauchdünnem Porzellan an das nächste, der Bezug der Fernsehsessel harmoniert mit der Dekoration auf dem Kamin, auf polierten Kommoden stehen Kannen und Tabletts aus Silber. Wenn Anne Kersting in dem großzügigen Wohn-Esszimmer mit offener Küche das Abendbrot vorbereitet, kommt immer eine Stoffdecke auf den Tisch, dazu Stoffservietten. „Bügeln macht mir nichts aus“, sagt die Hausherrin.
Oft und regelmäßig bekommen Anne Kersting und ihr Mann Hubert (73) Besuch aus Köln: von Tochter Patricia, die mit ihren beiden Kindern Lilly (6) und Tommy (1) gerne in ihrem Elternhaus verweilt. Werden die wertvollsten Antiquitäten weggeräumt, bevor die Kids durchs Wohnzimmer stürmen? „Ach was!“ Anne Kersting findet übertriebene Vorsicht überflüssig und bleibt entspannt, wenn Tommy mit schokoladenverschmierten Händen an der hellen Polstergarnitur entlang streicht. „Das bekommt man wieder sauber. Und wenn mal etwas kaputt geht, ist das kein Drama.“

Am allerliebsten hält sich die Oma mit ihren Enkeln im Wintergarten auf. „Da türmen sich dann Spielzeug, Kissen und Decken. Im Wintergarten ist jede Menge Platz, wir bauen uns eine gemütliche Leseecke oder gehen bei gutem Wetter die Treppe hinunter in den Garten.“
Der Garten ist einer der Lieblingsplätze von Anne Kersting. Auch hier liebt sie eine gewisse Ordnung: „Bei Buxbäumen sollte der Grundschnitt immer zu sehen sein. Das erledige ich selbst. Ansonsten haben mein Mann und ich uns die Gartenarbeit so aufgeteilt: Ich bestimme, welche Blumen wohin gepflanzt werden und mein Mann schwingt den Spaten.“ Hubert Kersting mag den Geschmack und den Stil seiner Frau hundertprozentig, er pflegt Haus und Garten ganz in ihrem Sinn. „Jedes Jahr verreise ich zwei Wochen ohne Hubert. Immer, wenn ich nach Hause komme, ist alles tiptop.“

Als das Ehepaar das Haus am Rande der Südstadt vor etwa 20 Jahren kaufte, war es eine vernachlässigte, fast heruntergekommene Stadtvilla. „Aber mit guter Substanz“, wie Anne Kersting betont. Nach sechs Monaten, in denen alles von rechts auf links gekrempelt wurde, zogen die beiden ein.

Licht im Flur wird angelassen

In ein komplett fertiges Haus mit individueller Note, alles an seinem Platz, wenig Provisorien. „Ich habe mich ordentlich dahintergeklemmt. Wenn die Dinge nicht zügig so funktionieren wie ich das möchte, verliere ich manchmal die Lust daran“, sagt Anne Kersting. Sie freut sich auch nach zwanzig Jahren Abend für Abend, nach Hause zu kommen.
„Das ist meine Festung, mein Rückzugsort“, sagt sie. „Im Flur lasse ich immer das Licht brennen. So werde ich von einem warmen, wohligen Licht empfangen.“