Von Ingo Schmitz

Keine Chance für Ungeimpfte: Die Nachricht über die 2G-Regelung für den Weihnachtsmarkt, der an diesem Freitag beginnen soll, sorgt bei Händlern und in der Bevölkerung für kontroverse Debatten. Am Mittwoch traf sich der Vorstand der Schausteller mit Bürgermeister Michael Dreier und Landrat Christoph Rüther zur Aussprache über die Vorgaben von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Bürgermeister Dreier betonte, dass Stadt und Kreis sehr darum bemüht seien, „im Sinne eines attraktiven Weihnachtsmarktes das Bestmögliche auf den Weg zu bringen“. Allerdings wolle man für eine abschließende Beurteilung der Lage die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz abwarten, die für diesen Donnerstag angekündigt sind. Daraus könnten sich weitere Regelungen ergeben, so Dreier.

Wie bereits am Mittwoch exklusiv berichtet, sind für den Weihnachtsmarkt zusätzliche Sicherheitsdienste geordert worden. Neben den Mitarbeitern des BOSS-Dienstes – die gemeinsame Streife von Polizei und Ordnungsamt – werden jeweils auch sechs Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs sein, um die Einhaltung der 2G-Regelung zu kontrollieren und zu überwachen. In den Weihnachtsmarkt-Hütten selbst müssen die Betreiber kontrollieren, ob die Besucher geimpft oder genesen sind.

Glühwein nur im Sitzen trinken?

Ob an den Getränkeständen tatsächlich nur im Sitzen Glühwein getrunken werden darf, soll an diesem Donnerstag endgültig entschieden werden, erklärte Schaustellerchef Hans-Otto Bröckling auf Anfrage. Die Forderung nach einer Bestuhlung hatte, wie bereits am Mittwoch berichtet, bei einigen Schaustellern für Kopfzerbrechen gesorgt. Wo bekommt man kurzfristig so viele Barhocker her? Und: Lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt, wenn weniger Besucher kommen?

Ein Paderborner Schausteller, der namentlich nicht genannt werden möchte, zeigte sich extrem frustriert und sprach am Mittwoch Tacheles: „Ich habe vier Wochen harte Arbeit hinter mir. Mit reicht es! Am liebsten würde ich alles wieder abbauen.“ Für den Weihnachtsmarkt habe er kräftig Ware geordert. Außerdem gebe es noch Restbestände aus dem vergangenen Jahr, als der Markt abgesagt wurde. Auch wenn er kein Personal für den Aufbau gefunden habe, so sei er zumindest froh, dass sich genügend Servicekräfte gemeldet hätten. Dennoch meint er: „Ich habe zwei Jahre nichts verdient. Ich fühle mich mutlos.“

Wir danken der Stadt, dass sie am Weihnachtsmarkt festhält.

Hans-Otto Bröckling ist hingegen optimistisch: „Wir danken der Stadt, dass sie am Weihnachtsmarkt festhält und wir freuen uns darauf. Mit der 2G-Regelung können wir leben. Die Bestuhlung sehen wir kritisch. Wir müssen es abwarten.“

In den sozialen Medien wurde die Entscheidung, Ungeimpfte vom Weihnachtsmarkt ausschließen zu wollen, heftig diskutiert. „Obwohl ich ein von zwei G‘s habe, werde ich und viele in meinem Umfeld den Markt nicht unterstützen. Diese Aktion ist diskriminierend“, schrieb eine Userin.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.