Dabei hat alles so gut begonnen: In der dritten Minute sprintet Streli Mamba fast über das ganze gegnerische Feld an den Freiburgern vorbei und legt den Ball an Torwart Schwolow ins lange Eck über die Linie zur frühen Führung in der Benteler Arena. Das wird, um das schon an dieser Stelle vorwegzunehmen, die einzig erfolgreiche Aktion der Paderborner im Strafraum des Gegners bleiben. Paderborn ist zwar in der ersten Halbzeit die deutlich stärkere Mannschaft, die es immer wieder schafft, durch hohes Tempo den Ball gefährlich nah vor das Tor des Gegners zu bringen. Letztendlich bleibt es aber bei Torschussversuchen, viele Bälle wurden vor dem freien Tor verstolpert. Teilweise entstand der Eindruck, als hätten die Paderborner Angst davor, den Ball ins Tor zu befördern. zu zaghaft ist die Chancenverwertung der SCP-Spieler. Ganz anders die Freiburger, die drei von vier Torchancen verwandeln und bei den Paderbornern zwar auf einen stärkeren und schnelleren Gegner treffen, der aber insbesondere in der Abwehr noch einige Schwächen vorzuweisen hat, die Freiburg eiskalt zum 2:1 und 3:1 ausnutzt , nachdem der Ausgleichstreffer per Elfmeter durch Handspiel von Christian Strohdiek auf dem Silbertablett serviert wurde. Steffen Baumgart sorgte dann kurz vor der Halbzeitpause für eine Premiere: Für einen emotionalen Auftritt am Seitenrand kassierte der Trainer vom etwas zu kleinlichen Schiedsrichter die erste Gelbe Karte für einen Coach in der Bundesliga, was er auch nach dem Spiel mit Verwunderung kommentierte: „Wir wollen mit Emotionen da sein, und so werden die Emotionen weggenommen“, ärgerte sich Baumgart in einem Sky-Interview.

Trainer Steffen Baumgart war über seine gelbe Karte nicht begeistert. Er befürchtet, dass dem Fußball die Emotionen abhanden kommen.

„Langsam werden wir schwachsinnig. Wenn man von uns draußen erwartet, dass wir ruhig sind, dann werde ich öfter eine Gelbe Karte bekommen.“ Emotionen zeigten auch die Paderborner Fans, in der mit 14.322 gut gefüllten, aber nicht ganz ausverkauften Benteler Arena. Schon vor dem Spiel wurde ein riesiges Transparent über der Fantribüne enthüllt. Trotz der Niederlage wurden die Spieler um Steffen Baumgart nach dem Abpfiff frenetisch gefeiert. Sollte der SC Paderborn bei den zukünftigen Spielen die Nachlässigkeiten in der Abwehr beseitigen und die Abschlussschwäche kurieren können, wird das ein spannendes Bundesligajahr hier in Paderborn. Der SC Paderborn hat es selbst in der Hand. Am 31. August tritt der SC Paderborn um 15.30 auswärts in Wolfsburg an.

Weitere Informationen:

SC Paderborn: Huth – Dräger (83. Pröger), Hünemeier, Strohdiek, Collins – Oliveira Souza (69. Holtmann), Gjasula, Vasiliadis, Antwi-Adjei – Mamba (75. Gueye), Michel

SC Freiburg: Schwolow – Lienhart, Koch, Schlotterbeck – Schmid, Gondorf (62. Frantz), Höfler, Günter – Waldschmidt (78. Höler), Borrello (85. Kwon), Petersen

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)

Tore: 1:0 Mamba (3.), 1:1 Waldschmidt (21., Handelfmeter), 1:2 Petersen (40.), 1:3 Kwon (90.)