Zuhause bei… Dieter Honervogt, erster stellvertretender Bürgermeister von Paderborn

Mischling Jonny interessiert sich für seinen Ball, nicht für die Kamera. Herrchen Dieter Honervogt nimmt es gelassen. In seinem Preußenzimmer wird nicht nur in historischen Büchern geschmökert – hier arbeitet der Stellvertreter des Bürgermeisters auch.

VON CHRISTIANE BERNERT

Paderborn. Wer Dieter Honervogt besucht, sollte Hunde mögen. Denn Jonny (6), ein freundlicher und imposanter Mischling mit deutlichem „Deutsch-Drahthaar“-Einschlag, interessiert sich für jeden, der die Wohnung von Dieter und Gunda Honervogt betritt. „Sobald er merkt, dass der Gast zum Rudel gehört, wird er akzeptiert“, so Honervogt.

Fritz im Preußenzimmer

Fortan beschäftigt sich Jonny wieder schwerpunktmäßig mit seinem Kuschelkissen, das er überall dorthin zieht, wo sein Herrchen sitzt: zum Beispiel vor den Ledersessel im sogenannten Preußenzimmer.

„Ich interessiere mich schon immer für Geschichte, vor allem für den alten Fritz“, sagt der stellvertretende Bürgermeister und zeigt stolz auf das Portrait von Friedrich dem Großen, das direkt neben dem Sessel hängt. Im Bücherschrank dahinter reiht sich eine Friedrich-Biographie an die nächste; Honervogt nimmt ein über 100 Jahre altes Exemplar aus der Vitrine. „Man könnte auch sagen, ich habe einen Preußen-Tick“, fügt er lachend hinzu.

Für seine Hobbies, zu denen auch das Wandern gehört, hat Dieter Honervogt seit zwei Jahren mehr Zeit. „Das Leben ändert sich kolossal, wenn man nicht mehr zwischem 2.30 Uhr und 3.30 Uhr aufstehen muss“, sagt der Bäckermeister, der seinen Beruf immer gerne ausgeübt hat und seit 1967 selbstständig war. Dass er in den vergangenen 35 Jahren nie länger als eine Woche Urlaub am Stück gemacht hat, erwähnt Honervogt nur in einem Nebensatz. Aber ein weiteres Hobby erwähnt er, sein liebstes: Lokalpolitik. Die Arbeit im Rat macht der CDU-Politiker seit knapp 30 Jahren, und zwar mit wachsender Begeisterung: „Mein Terminkalender ist voll, ich bin mit Leib und Seele Vertreter der Bürger.“

Er liebt es, mitten unter ihnen zu wohnen, zentral, im Schatten des Doms. „Der Klang der Glocken hat etwas beruhigendes“, findet Honervogt, der eine beachtliche Sammlung unterschiedlicher Dom-Ansichten im Flur hängen hat. Bilder sind dem Politiker wichtig, zu jedem kann er eine Geschichte erzählen. „Im Geburtshaus zu wohnen, ist schon etwas besonderes“, so der ehemalige Bäckermeister, dem der Duft von frisch gebackenem Brot nach wie vor um die Nase weht. „Unsere Nachfolger haben die Bäckerei unter unserer Wohnung zwar mächtig umgekrempelt, der Geruch ist aber derselbe.“

Ein guter Start in den Tag beginnt bei den Honervogts – natürlich – mit Brötchen. Einfach eine Treppe runter, und schon ist der Brotkorb gefüllt. Vor dem Frühstück war einer von beiden natürlich längst mit Jonny unterwegs, der stattliche Kerl benötigt schließlich jede Menge Bewegung.

Jonny ist immer dabei

Bei den Wanderurlauben quer durch Deutschland ist der Mischling ein treuer Begleiter, 20 Kilometer am Tag sind kein Thema für ihn. Dieter Honervogt genießt diese Urlaube, zuletzt war das Paar im Harz und an der Ahr: „Miteinander wandern fördert die Kommunikation.“