Am Ende haben ihm die Königsplätze nicht mehr gefallen, gab der stellvertretende Bürgermeister Dieter Honervogt zur Eröffnung der Fotoausstellung von Kyra Dyballa zu, die den Bau-fortschritt des Großprojektes Königsplätze im Rahmen der Revitalisierung fotografisch dokumentierte.

„Es musste einfach etwas geschehen”, beschreibt Honervogt den Handlungsdruck, der auf Verwaltung und Politik lastete. Denn schön anzusehen waren die Königsplätze schon lange nicht mehr. Dunkle Ecken wechselten sich in dem verwinkelten Areal mit schmutzigen Ecken ab, Das ursprünglich innovative Konzept der Zentralstation wurde nicht mehr als fortschrittlich empfunden, sondern vielmehr als unwirtlicher Ort, an dem sich die Fahrgäste und Passanten nicht länger aufhalten wollten, als unbedingt notwendig. Ein klassischer Angstraum, ganz besonders in den Abend- und Nachtstunden. An dieser Stelle hat die Stadt in den vergangenen Jahren angesetzt und im Rahmen der Bautätigkeit neue Durch- und Lichtblicke geschaffen. Der leblose Fremdkörper im Herzen der Stadt wurde revitalisiert und in die vorhandenen Laufwege und Sichtachsen der Innenstadt integriert. Hier setzt auch das fotografische Projekt von Kya Dyballa an, die im Rahmen ihrer Masterarbeit an der FH Bielefeld, die Wiederbelebung der Plätze unter dem Titel „Die neue Transparenz” fotografisch begleitete. In Auftrag gegeben wurde die Arbeit durch die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke, die es bedauerte, dass der Baufortschritt einiger älterer Bauprojekte nicht angemessen festgehalten worden sei. Für die Fotografin fand sie deshalb besonders lobende Worte: „Wir sehen hier ein Stück Stadtgeschichte und eine hervorragende künstlerische Arbeit”, so die Beigeordnete und gratulierte zu der mit Bravour bestandenen Abschlussarbeit. Anschließend erläuterte die junge Fotografin das grundsätzliche Konzept der Arbeit. So gibt es insgesamt 68 Bilder, die sich wiederum in unterschiedliche Blöcke teilen, welche die Stadien der Baustelle chronologisch abbilden und neue Perspektiven auf die Baustätte eröffnen. Die im fünf zu vier Format belichteten Fotografien sollen durch eine komplexe Bearbeitung – eigentlich besteht jedes Bild aus zwei Bildern, die erst am PC zusammengerechnet wurden – den Eindruck einer Mittelformatkamera erwecken. Ebenso konnten so effektiv Bildkrümmungen verhindert werden, die bei weitwinkligen Objektiven oft die Bildwirkung verfälschen. Kyra Dyballa möchte so neue Blickwinkel eröffnen: „Es bieten sich neue Einblicke in Bekanntes für den Paderborner, Unbekanntes für den Außenstehenden und doch werden beide Betrachter an den besonderen Ort des Wandels geholt”, so die Künstlerin zur Wirkung ihrer Arbeit. Die Ausstellung kann noch bis zum 18. Juli im Bürgermeisterflur der Stadtverwaltung zu den offiziellen Öffnungszeiten besucht werden. Informationen zur Fotografin gibt es unter: www.kyradyballa.com