Zuhause bei… Jürgen Behlke, Geschäftsführer der IHK Zweigstelle Paderborn + Höxter

Manchmal würde Jürgen Behlke, Geschäftsführer der IHK Zweigstelle Paderborn + Höxter, am liebsten im Strandkorb sitzen bleiben. Sein Outfit deutet allerdings darauf hin, dass er auf dem Sprung ins Büro ist.

VON CHRISTIANE BERNERT

Paderborn. Im Hause Behlke ist morgens alles straff organisiert: Jürgen Behlke und seine Frau joggen eine Dreiviertelstunde gemeinsam durchs Rückhaltebecken, im Winter rund um den City-Wall. Sebastian und Julian machen sich fertig für Schule beziehungsweise für die Uni, ab 7.30 Uhr widmet sich Jürgen Behlke ganz dem „Stullen schmieren“.

„Das mache ich mit Hingabe und sehr professionell. Alle Familienmitglieder haben sich daran gewöhnt, dass sie morgens ihre persönliche Schnitte für die Frühstücks- oder Mittagspause bekommen“, sagt Behlke und lacht dabei.

Die Stullen kommen in Plastiktüten

Gurkenscheiben und Salatblatt seien als Beilage weniger gefragt, Schinken und Mettwurst hingegen sehr beliebt. Mitnichten werden die Stullen in Plastikboxen gequetscht. Jürgen Behlke favorisiert Tüten mit Kunststoff-Clip. „Biologisch abbaubar sind die Tüten immerhin“, sagt er und betont, dass er jeden Morgen frische Tüten verwendet. Der Maschinenbau-Ingenieur (Studium an der Helmut Schmidt Bundeswehrhochschule in Hamburg) hat sich intensiv mit Umwelttechnik beschäftigt und weiß, wovon er spricht.

Haben nach dem morgendlichen Prozedere alle Familienmitglieder das Haus verlassen, ist die Küche piccobello, im Flur fliegt nichts herum, und das Wohnzimmer wäre ohne weiteres vorzeigbar für ordnungsliebende Gäste. „Dafür sorgen wir gemeinsam“, sagt Behlke, „Chaos zu hinterlassen, ist nicht unser Ding.“ Spätestens um acht Uhr steckt er akkurat in seinem Anzug, am Revers den Sticker „IHK Ostwestfalen zu Bielefeld“.

Seit fünf Jahren leitet er die IHK Zweigstelle Paderborn + Höxter, ist verantwortlich für 23 Mitarbeiter. Er hält den Kopf hin, wenn nicht alles so läuft, wie es sollte. „Strategie, Taktik und Führung habe ich bei der Bundeswehr gelernt. Davon habe ich bisher in jeder Position profitiert“, so Behlke, der zehn Jahre lang bei der Bundeswehr war, dann aus privaten Gründen die Offizierslaufbahn an den Nagel hängte. Bevor er in Paderborn Wurzeln schlug, war er als Marketingleiter und Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei unterschiedlichen Unternehmen tätig, außerdem beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.

Seine Umzüge zählt er kaum noch, sie sind ihm nie schwergefallen. Von Duisburg ging es nach Lippstadt, wo er seine Kindheit verbrachte, später folgten Celle, Ahlen, Hamburg, Augustdorf, Holzminden, Höxter, Frankfurt. „Ich fühle mich da zuhause, wo ich gerade bin“, sagt Behlke und verschweigt dabei nicht, dass es für andere Familienmitglieder schwerer war, die Zelte abzubrechen und neu anzufangen.

Vor einem Jahr hat er ein Haus in Paderborn gekauft, seine Frau ist Verwaltungschefin einer Paderborner Behörde; die beiden genießen es, keine Wochenendbeziehung mehr zu haben. Man kann sich gut vorstellen, dass sie genau da bleiben, wo sie sind. Das Zuhause der Behlkes jedenfalls lädt dazu ein. Wohnzimmer, Kaminzimmer und Esszimmer gehen ineinander über, die Terrasse hat Jürgen Behlke eigenhändig mit Holzpaneelen verkleidet. Jüngst kam der Strandkorb hinzu, der aus einer Bielefelder Manufaktur stammt. Ein Ostsee-Modell, das man ganz nach hinten klappen kann, mit festem Markisenstoff bezogen und einigen Extra-Polstern ausgestattet.

Mit dem Wohnwagen an den Möhnesee

„Darin zu sitzen, ist ein Genuss“, strahlt Behlke, der sich ebenso über den gut ausgestatteten Partykeller freut, den Kaffeevollautomaten, der jeden Morgen zuverlässig besten Milchkaffee produziert, sowie den Wohnwagen mit Fußbodenheizung.

„Meine Frau musste ich von dieser Form des Reisens erst überzeugen“, verrät er. „Manchmal sind wir spontan zwischendurch für ein Wochenende in der näheren Umgebung; zuletzt waren wir am Möhnesee“. Das sei ein wohltuender Kontrast zum Alltag voller Termine. Behlke: „Auf den See gucken und faulenzen. Was will man mehr?“