Zuhause bei… Jutta Landwehr-Jordan, die den Dingen einen Namen gibt

Hinter der antiken Tür hat Jutta Landwehr-Jordan mit viel Liebe zum Detail ihr Niederntudorfer Idyll erschaffen. Neben der Katze wohnt auch Hündin Aika dort, auf der Weide hinterm Hof grasen Pferde und Schafe.

VON CHRISTIANE BERNERT

Paderborn. Wer vor dem Haus von Jutta Landwehr-Jordan steht, glaubt nicht, dass sie jahrzehntelang in der Stadt gewohnt hat. „Nach diesem Objekt habe ich vier Jahre gesucht“, bekräftigt die Informations-Elektronikerin, die im Herzen von Niederntudorf wohnt und in Paderborn arbeitet. Dort hat sie das Geschäft „Pfiffikus“, in dem Kunden Wohnaccessoires kaufen können, Ausgefallenes für Hund und Pferd, Seifen, Kuscheltiere und Sparschweine – vor allem aber Stoffe mit individuellen Stickereien.

Bestickte Kuschelkissen

Jutta Landwehr-Jordan „gibt den Dingen einen Namen“, wie es im Flyer von „Pfiffikus“ heißt. Das bedeutet: Sie bestickt mit ihrem Team, was gewünscht wird – Lätzchen, Hauspuschen, Kissen, Flaschenwärmer, Hundedecken, Taschen. „Ich liebe die Kombination von Kreativität und Technik in meinem Beruf. Im Notfall kann ich unsere industriellen Strickmaschinen sogar selbst reparieren.“

Auch zuhause werkelt Jutta Landwehr-Jordan für ihr Leben gern. Antike Schränke, Kommoden und Tische rückt sie im Wohnzimmer gerne von einem Platz zum nächsten. „Ich bevorzuge kleine Möbel, die lassen sich besser umsetzen. Regelmäßige Veränderungen tun mir gut.“ Von der gemütlichen Küche, die fliederfarben angestrichen und mit hellen Möbeln ausgestattet wurde, gelangt man in einen wunderschönen, aber verwilderten Garten. „Das soll nicht so bleiben“, sagt die Hausbewohnerin mit Blick auf die Brennesseln, die sich ungehindert ausbreiten, ein Gartenbaumeister sei schon da gewesen. Jutta Landwehr-Jordan plant vor der Küche eine kleine Terrasse. Da soll im kommenden Sommer ihr Korbsessel stehen, mitten in der morgentlichen Sonne. Die Vorstellungen sind konkret: „Ich werde dort sitzen und meinen Kaffee genießen, mit Blick auf die Pferdeweide“, sagt sie. Denn die Stick- und Stoff-Spezialistin aus Niederntudorf ist eine Genießerin mit ausgeprägtem Sinn für hübsche Details.

Die machen das Haus, das einen nachträglich errichteten Anbau von 1861 hat, aus: Kerzen stehen im Wohnzimmer, in der Ecke ein Lesesessel mit bequemem Fußteil, die Couch sieht so aus, als käme man nicht mehr heraus, wenn man erst einmal sitzt, die Holzdielen wurden nicht lackiert, sondern geölt.

„Vermutlich war dies das erste Haus in Niederntudorf“, so Landwehr-Jordan, „früher waren es zwei Höfe. Links starb die Frau, rechts der Mann,.Witwe und Witwer verliebten sich und legten die Häuser zusammen.“

Vier Kinder hat Jutta Landwehr-Jordan, drei Mädchen und einen Jungen. Eva und Julia leben noch zuhause. Die gelernte Landwirtin Julia plant derzeit ihren Bachelor in Agrarwirtschaft und kümmert sich um die beiden Ponys Benno und Olga, zwei Warmblüter, die die Familie auf Langeoog kaufte.

„Olga ist ein altes Schulpferd, sie sah wirklich jämmerlich aus, als wir sie bekamen. Jetzt steht sie gut im Futter und hat Muskeln aufgebaut. Benno ist ein polnischer Schecke mit Gelderländer Einschlag, die beiden Ponys gehen vor der Kutsche“, erzählt Hobby-Reiterin Landwehr-Jordan. Wie praktisch, dass zum Hof eine Scheune gehört, in der die Kutsche und ein Traktor untergebracht sind. Aika ist das Tier, mit dem Jutta Landwehr-Jordan den größten Teil ihrer knappen Freizeit verbringt. Die schwarze Labrador-Hündin wurde zwei Jahre lang zum Rettungshund der Johanniter Hundestaffel Paderborn ausgebildet. Die Besitzerin berichtet: „Dafür haben wir zwei Jahre lang hart gearbeitet.“

Bei Regen in die Natur

Die Hündin liebt Suchspiele im Wald, deswegen streifen die beiden am liebsten rund um Niederntudorf. „Das lieben wir“, sagt die Niederntudorferin und blickt dabei auf Aika, die mit ihren treuen Augen schwanzwedelnd aufblickt und davon ausgeht, dass sie demnächst nach draußen darf.

„Manchmal gehen wir gemeinsam zur Arbeit“, erzählt die Geschäftsfrau. Aika liegt dann friedlich im Arbeitsraum und döst beim Rattern der Stickmaschinen.