Das Lebensmotto von Michaela Büttner ist es, anderen Menschen in Not zu helfen

Michaela Büttner und ihr Labrador Blacky sind ein Herz und eine Seele. Die Vorstandsvorsitzende des Vereins „Paderborn – Eine Region hilft“ und ihr Mann haben noch einen weiteren Hund aus dem Tierheim geholt. Foto: Christiane Bernert

VON CHRSTIANE BERNERT

Paderborn. Das Zuhause von Michaela Büttner ist ein Vier-Generationen-Haus. Ein tierfreundliches obendrein. Das Ein-Familien-Haus liegt etwas versteckt hinter dichten Büschen, einen Steinwurf vom Technologie- und Berufsbildungszentrum Paderborn (tbz) entfernt.

Das Schild am Gartenzaun weist freundlich, aber bestimmt auf Blacky und Vicky hin, einen vierjährigen schwarzen Labrador und eine 12-jährige Mischlingshündin. Beide wurden von den Büttners aus Tierheimen geholt: Blacky hat Feuer im Hintern und kann sein Temperament kaum bändigen. Besucher werden noch vor der Haustür gefragt, ob sie Angst vor Hunden haben. Seinen Platz auf der hellen Ledercouch verteidigt er nur kurz, dann fügt er sich den Befehlen von Frauchen und trollt sich Richtung Essplatz.

Neben Michaela (60) und Markus Büttner (49) wohnen ihre 85-jährige Mutter und die beiden Söhne unter dem Dach an der Waldenburgerstraße, regelmäßig sind die beiden Enkelkinder Fabian (14) und Louis (8) zu Besuch. „Wir haben schon immer viel Trubel im Haus gehabt“, erzählt Michaela Büttner, „denn unsere Jungs, der 40-jährige Nikolay und der 22-jährige Merlin, sind als Einzelkinder aufgewachsen.“

Tür der Büttners steht immer offen

Die Tür der Büttners steht immer offen. Es ist eine moderne Patchwork-Familie, Nikolay stammt aus einer früheren Beziehung von Michaela Büttner: Die Mutter und der ältere Sohn kommen lange Jahre alleine klar, mal mehr, mal weniger lustig bewältigen sie ihren Alltag. In dieser Zeit reift das Lebensmotto von Michaela Büttner heran: „Ich bin für andere Menschen da. Besonders in Notsituationen.“

Die Initialzündung für den Verein „Eine Region hilft“ erfolgt Ende Dezember 2004, als die Bilder des Tsunamis in Süd-Ost-Asien durch alle Medien gehen. „Das Ausmaß der Katastrophe erschütterte mich. Und da ich nicht die Möglichkeiten hatte, einen hohen Geldbetrag für die Opfer der Flutkatastrophe zu spenden, erkundigte ich mich beim Einwohner-Meldeamt, wie viele Einwohner Paderborn hat.“ Zu diesem Zeitpunkt sind es knapp 141.000.
„Wenn jeder auch nur einen Euro spendet, könnte man das Leid lindern“, denkt sich Michaela Büttner und startet ihre Kampagne in allen Paderborner Medien. Bis Ende Januar 2005 sammelt sich ein hoher fünfstelliger Betrag auf dem Spendenkonto: Michaela Büttner gründet den Verein, der in Windeseile 40 Mitglieder hat – noch im selben Monat treten Stadt und Kreis bei. „Die Hilfsbereitschaft war phänomenal. Mein Mann und ich platzten fast vor stolz, als wir im Frühjahr 2005 von der damaligen Bundespräsidentengattin Christine Rau nach Berlin eingeladen wurde, um unser Projekt vorzustellen.“

Die beiden sind damals auch zu Gast in der indischen Botschaft, um Kontakte für ihre Hilfsaktion zu knüpfen. „Logischerweise ist es für die Paderborner wichtig gewesen, genau zu wissen, wo ihr Geld landet“, berichtet Michaela Büttner.

Bereitschaft ebbt nicht ab

So handhabt sie es bis heute: Als im Januar 2010 die Erde auf Haiti bebt, trifft sich der harte Kern des Vereins und überlegt, wo die Spenden hinfließen: Insgesamt 156.000 Euro wurden bis Ende des vergangenen Jahres für eine Suppenküche, eine Sauerstoffanlage zur Aufbereitung von Trinkwasser und Solarzellen für eine Berufsschule in Port-au-Prince gesammelt. „Die Bereitschaft der Paderborner, sich zu engagieren, ebbt nicht ab“, sagt Michaela Büttner. Im November 2013 ist Rochelle Jones die Kontaktperson Richtung Philippinen, als der Taifun „Hayan“ ihre Heimat verwüstet. Die Mitarbeiterin der „Paderborn am Sonntag hat in der eigenen Familie das unendliche Leid erlebt, das der Taifun über die Bevölkerung brachte.

Noch bis Anfang November wird für die Philippinen gesammelt. Der Wunsch von Michaela Büttner: „Wir wollen die Marke von 156.000 Euro knacken.“

Unermüdlich will sie sich auch weiterhin für Menschen in Not einsetzen. Wann sie einmal Zeit für sich selber hat? Sie lacht: „Das weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich Ende des Jahres. Denn dann feiern mein Mann und ich Silberhochzeit.“

Mehr Informationen zum Verein gibt es im Internet: www.paderborn-eine-region-hilft.de