Ob eSport wirklich ein Sport im ursprünlichen Sinn ist, da sind sich die Experten aktuell noch uneinig. Ein umstrittenes Gutachten im Auftrag Olympischen Sportbunds, welches in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, verneint diese Frage.

Jürgen Janke von der Wirtschaftsförderung Paderborn (WFG) hält diese Diskussion jedoch für irrelevant, denn vom 7. September bis zum 30. November richtet die WFG in Zusammenarbeit mit vielen Paderborner Unternehmen, Organisationen und Vereinen sowie dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e.V (FLVW) die erste eSport Stadtmeisterschaft in Paderborn aus. In insgesamt zehn Qualifikationsturnieren – gespielt wird FIFA 2019 auf der Playstation – haben die 500 Teilnehmer die Chance, sich für das Finalspiel im Heinz Nixdorf Museumsforum zu qualifizieren. Dort spielen sie am 30. November um den Titel des ersten Paderborner Stadtmeisters. „Wir wollen Menschen zusammenbringen und das Feld nicht anderen überlassen”, erläutert Jürgen Janke die Motivation hinter dem Vorhaben. WFG-Geschäftsführer Frank Wolters stellt in diesem Zusammenhang den Fachkräftemangel in den Mittelpunkt: „Wir leben zwar in Zeiten technischer Innovationen, trotzdem ist es schwierig junge Menschen dort abzuholen, wo sie stehen”, so Wolters, der eSport auch als Scharnier zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern sieht. Um den Netzwerk-Aspekt des Events zu verstärken, werden die Turniere durch mehr als 30 Firmen unterstützt und intensiv begleitet. Auch die Volksbank Paderborn hegt die Hoffnung durch das neue Format junge Menschen zu erreichen: „Das eher konservative Bankenumfeld wirkt heutzutage vermutlich nicht mehr so attraktiv – vielleicht können wir so einen Weg finden, um aufzuzeigen, dass sich Finanzwirtschaft und Jugendlichkeit nicht gegenseitig ausschließen”, so Carolin Fehlberg. Schon längst angekommen ist das Thema eSport aber in der Fußball Bundesliga, wie der SCP Geschäftsführer Martin Hornberger berichtet, der sich mit seinem Verein jedoch erst langsam an den Computersport herantasten möchte. „Wir sind als Paderborner Fußballverein ja bekannt dafür, jungen Menschen eine Chance zu geben und sie ordentlich auszubilden und vorzubereiten”, sagt der Sportmanager und möchte das auch beim Thema eSport so halten, während Vereine, wie der Schalke 04, längst Millionen in eSport Mannschaften investieren. Mit von der Partie ist auch der SC Aleviten, der den Wettstreit am Bildschirm auch unter integrativen Aspekten sieht: „Unsere Jungs spielen das zu Hause, vielleicht können wir so einen besseren Austausch mit anderen Jugendlichen fördern”, so Tobias Kunold. Dass das Konzept aufgehen könnte, zeigt die Zahl der Interessenten: Über 270 Spieler haben sich bereits angemeldet. Eine Übersicht über die Termine der Qualifikationsturniere und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es online auf: www.esport-stadtmeisterschaft.com.

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