Ratsfrau Angelika Kiel verbingt ihre Zeit am liebsten im Garten und am Schreibtisch

Im Garten ihres Hauses in Sande verbringen Angelika und Jan Peter Kiel jede freie Minute, wenn die Witterung es denn zulässt. Die Ratsfrau hängt an ihrem Heim.

Sande.  Angelika Kiel glaubt an die Kraft der Sterne. Da nimmt es nicht Wunder, dass die FDP-Stadrätin (seit 2009) sich einen temperamentvollen Partner gesucht hat. Gemeinsam mit ihrem Mann Jan Peter (erblickte in Friesland das Licht der Welt) wohnt sie seit 1981 in einer ruhigen Stichstraße in Sande. Der Flachdachbungalow mit über 200 Quadratmetern Wohnfläche und eigenem Pool ist für Angelika Kiel „wie eine Burg. Wenn die Tür sich hinter mir schließt, bleiben alle Sorgen draußen“.

Kaiser Augustus blickt über die Schulter

Dabei schlägt sich die 69-Jährige gerne mit den großen und kleinen Sorgen der Paderborner herum. Im alten Büro ihres Mannes nimmt sie gerne auf dem Chef-Ledersessel Platz und lässt sich dabei von der hinter ihr stehenden Büste des Kaisers Augustus über die Schulter blicken. Jan Peter Kiel hat einen Faible für die Geschichte der Römer entwickelt, den auch seine Gattin teilt. Mediterran, wenn auch nicht römisch, ist auch der liebste Platz der gebürtigen Detmolderin gehalten. „Im Garten verbringen wir jede freie Minute, wenn die Witterung es zulässt“, sagt die gelernte Zahnarzthelferin, die 1967 zunächst nach Wewer zog. Schon damals begann die ehrenamtliche Laufbahn der Angelika Kiel. Im Kindergarten und der Schulpflegschaft setzte sie sich nicht nur für die Belange ihres eigenen Kindes, sondern aller Heranwachsender ein. Mit ihrer jahrelangen Erfahrung als Büroleiterin setzte sie sich in den Folgejahren auch bei den Grünen Damen oder der Telefonseelsorge für andere Menschen ein. Ihre politische Karriere startete sie in den Reihen der SPD, wechselte jedoch 2002 ins Lager der Liberalen. „Ich stehe zu meiner Partei“, so Angelka Kiel mit ernster Miene. Dass es in der Bundespartei kriselt, ist ihr ein Dorn im Auge, doch wie es Angelika Kiels Art ist, sieht sie in allem auch eine Chance für einen Neuanfang. Den hat Familie Kiel 1981 gewagt, als ihr zunächst als Mieter das Eigenheim in Sande angeboten wurde. „Eigentlich wollten wir keine Immobilie erwerben und beweglich bleiben, aber mein Mann ist durch die Geburt unseres Sohnes extrem sesshaft geworden“, scherzt Angelika Kiel, die auch eine Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin erfolgreich abschloss. „Zuhause überlasse ich die Arbeit aber gerne meinem Mann“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Am 10. Februar sind die Kiels 46 Jahre verheiratet, dass sie immer noch glücklich, danach muss man nicht fragen, das ist sichtbar. Eine lieb gewordene Geste von Jan Peter Kiel ist beispielsweise das halbe Hähnchen mit einer Portion Fritten, die er nach jeder Fraktionssitzung für seine Angelika kredenzt. Ganz unprätentiös, bodenständig und direkt. Diese drei Eigenschaften liebt die Lipperin und so errang auch ihr Mann ihr Herz. „Bei meinem ersten Tanzabend forderte er mich auf, obschon ich ihm sagte, dass ich den nächsten Tanz versprochen hatte. Er sagte nur: ,das ist mir egal, Sie tanzen jetzt mit mir‘, das hat mir imponiert“, gibt sie zu und weiter: „Es war zwischen uns noch keinen Tag langweilig“. Das Zuhause spielt für Angelika Kiel eine ganz entscheidende Rolle und auch Sande trägt für sie entscheidend zum Wohlfühlfaktor bei: „Ich genieße die Fahrt von Paderborn nach Sande. In der Zeit kann ich mir viele Gedanken machen, deshalb muss ich gar nicht im Zentrum wohnen.“

Angelika Kiel an ihrem Arbeitsplatz, dem Schreibtisch. Umsäumt mit Auszeichnungen und der Büste des Kaisers Augustus.

Unaufhörlich setzt sich Angelika Kiel für die Senioren Paderborns ein. „Alt werden wir schließlich alle“, sagt sie, die am 12.12.12 ihr 69. Wiegenfest feiern durfte. Die Sterne meinen es offenbar gut mit Frau Kiel, denn in diesem Jahr kann die Ratsfrau am 12. Dezember nach der letzten Ratssitzung des Jahres mit den hiesigen Komunalpolitikern anstoßen.