Zuhause bei Reinhard Hepers – In der Klöcknerstraße genießt der gebürtige Aachener die knappe freie Zeit mit der Familie

Reinhard und Petra Hepers im Haus an der Klöcknerstraße.

Der Schützenvogel für das Königsschießen im kommenden Jahr ist bereits in Arbeit. Reinhard Hepers baut in der Werkstatt am hölzernen Federvieh für seinen Nachfolger. Fotos: Björn Theis

VON BJÖRN THEIS

Paderborn. In der Klöcknerstraße, am Rande des Riemekeviertels und nicht weit vom Bahnhof, ist der Paderborner Schützenkönig Reinhard Hepers zu Hause. Doch das war nicht immer so. Der 47-Jährige wurde in Aachen geboren und wuchs dort auf. Die Eltern hatte es wegen der Arbeit seinerzeit von der Pader ins Rheinland gezogen. Zurück in Ostwestfalen sind die Hepers wieder seit 25 Jahren – ein Jubiläum also, dass die Familie feiern kann. Reinhard Hepers findet es gut, wie alles gekommen ist: „Paderborn ist einfach überschaubarer und gemütlicher als Aachen“, stellt der König beim Plausch auf dem schwarzen Ledersofa fest. In Paderborn lernte er dann auch seine Frau Petra kennen. Zusammen mit den Kindern Franziska (14) und Leonhard (11) leben sie in dem Haus, das der Großvater von Reinhard Hepers erbaute. Seine Eltern leben mit im Haus, eine Etage tiefer. Seit 25 Jahren ist der Familienvater auch dem Paderborner-Bürger-Schützenverein (PBSV) verbunden – das zweite Jubiläum also. Seine Schützenlaufbahn krönte Reinhard Hepers in diesem Jahr mit dem Königsschuss und gerät noch heute darüber ins Schwärmen: „Ein unglaubliches Erlebnis. Ich würde es immer wieder machen.“

Man merkt schnell im Gespräch: Dieser Mann ist Schütze durch und durch. Seit 14 Jahren gehört er bereits dem Vorstand der Westernkompanie an, ist aktuell deren Oberleutnant und zudem Vogelbauer. „Von daher kenne ich mich im Schützenwesen bestens aus und wusste auch, was als König auf mich zukommt“, sagt er. Das Leben hat sich dahingehend geändert, dass er als Repräsentant, zusammen mit seiner Königin Stephanie Koch, zu vielen Anlässen eingeladen wird und der Terminkalender noch voller ist als zuvor sowieso schon. Reinhard Hepers macht das nichts aus, dafür bereitet ihm sein Amt zu große Freude: „Man kommt zu Veranstaltungen, wie dem Liborimahl, wo ich sonst nicht eingeladen wäre. Es macht großen Spaß. Deshalb nehme ich das gerne mit.“ Hinzu kommt ein tolles Miteinander im Hof: „Wir sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus verschiedenen Kompanien und verstehen uns alle prächtig. Wenn wir zusammen feiern, wird es meistens früh“, sagt Seine Majestät und denkt dabei mit einem Grinsen an die zurückliegenden Wochen. Der „Schützenvirus“ liegt in der Familie: Ehefrau Petra ist ebenfalls bei den „Western“ aktiv, vor zwei Jahren war sie Zeremonienmeisterin. Und wie sollte es anders sein, lernten sich die Hepers auch bei einer Party des Schützenvereins kennen: „Sie hat damals hinter der Theke gearbeitet und mich bedient“, erinnert sich der König. Es funkte, sie kamen zusammen und sind seit 15 Jahren glücklich verheiratet.

Reinhard und Petra Hepers im Haus an der Klöcknerstraße.

Gelernter Tischler und Hobby-Geiger

Dass den Hepers die Begeisterung fürs Schützenwesen in den Genen liegt, beweisen auch die Kinder: „Die beiden sind gar nicht zu bremsen“, erzählt der Vater. Tochter und Sohn nehmen mit großer Begeisterung an den Umzügen teil, während Leonhard seinem Papa jedes Jahr beim Vogelbauen zur Seite steht.
Im Berufsleben ist der gelernte Tischler Geschäftsführer der Firma Laackmann Trockenbau in Bad Driburg – und meistens erst spät zu Hause, „weil die Kundentermine oft abends liegen“, erzählt er.

Die Familie muss daher oft auf ihn verzichten. Ehefrau Petra zeigt dafür vollstes Verständnis: „Wir kennen das ja nicht anders. Und es gibt ja auch Zeiten, wo er mal früher Feierabend hat.“ Nach den meist langen Arbeitstagen widmet sich Reinhard Hepers dann der Familie. Ab und zu macht er auch Musik: „Geige habe ich vom fünften Lebensjahr an gelernt. Ich spiele allerdings nur für den Hausgebrauch. Das ist in den letzten Jahren allerdings etwas kurz gekommen.“

An den eigenen vier Wänden liebt der König „die Gemütlichkeit“, wie er sagt. Die Einrichtung ist zum Großteil in Eigenarbeit entstanden: etwa die Deckenvertäfelung, Regale oder Fußböden – ein Tischler eben. Im Sommer grillen die Hepers gerne im großen Garten mit Familie und Freunden. Kräftig gefeiert wird dann auch unter der Terrassenüberdachung, die einem Carport ähnelt: „Das einzige, was da mal autoähnliches drunter gestanden hat, war ein Bobby Car“, wirft Bruder Josef ins Gespräch, der in die Runde dazugekommen ist. Daneben hat Reinhard Hepers noch mit Johannes einen Zwillingsbruder: „Er wohnt in Krefeld und ist der einzige von uns, der im Rheinland hängengeblieben ist.“

Zu Weihnachten sieht sich die gesamte Familie in der Klöcknerstraße wieder, wo alle zusammenkommen und gemeinsam feiern: „Das wird schön gemütlich“, freut sich Reinhard Hepers auf die entspannten Stunden im Kreise seiner Liebsten – und dann ist er mal nur Familienmensch und nicht Schützenkönig oder Geschäftsführer.