Zuhause bei… Roger Schmidt, dem neuen Chef-Coach des SC Paderborn

Das Sofa an der Rasenkante – die schneidet Roger Schmidt hinter seinem Haus in Elsen am liebsten selbst. Ist der Rasen akkurat gemäht, wird die Tischtennisplatte ausgeklappt und er wagt ein Match mit seinen Kindern Jordi und Jolline.

Elsen. Eigentlich ist Roger Schmitd, der neue Chef-Coach des SC Paderborn, ein ausgeschlafener Typ, doch das Interview in den eigenen vier Wänden hat der 43-Jährige glatt verschlafen. Kein Wunder, steht der Mann von der Paderborn Am Sonntag schon um 8 Uhr früh, an einem trainingsfreien Tag, auf der Matte.

Es geht um den Start der neuen Serie der Paderborner Wochenendzeitung „Zuhause bei…“. Eine Serie, die Menschen in dieser Stadt dort erleben und vorstellen möchte, wo Sie ihre Mitte finden, ihr müdes Haupt betten und wo sie den Herrgott einen guten Mann sein lassen können, sprich: Zuhause.

Ein schmuckes Häuschen in Elsen

Roger Schmidt öffnet die Tür seines schmucken Einfamilenhauses in Elsen. Seine Frau Heike (Buchhalterin) und die Kinder Jordi und Joline sind bereits „ausgeflogen“. Dem geräumigen Flur folgt ein großzügiger Wohn- und Kochbereich. Wer hier kocht, dem kann mühelos über die Schulter geschaut werden. Unter der Treppe, die zu den Schlafgemächern in den ersten Stock führt, schlummert ein langhaariger Vierbeiner.

Im Zentrum der Kücheneinheit steht die Maschine, ohne die Roger Schmidt nicht auszukommen glaubt: die Kaffeemaschine, Typ: Vollautomat. Wir setzen uns an den großen und gemütlichen Küchentisch, mit Blick auf den üppigen Garten.

„Wir sind viel draußen“, gesteht der Fußballlehrer, der bis Anfang des Jahrtausends noch als Spieler für den SCP die Fußballschuhe schnürte und seinerzeit mit dem heutigen Kapitän Markus Krösche auf dem Platz stand.

Vor elf Jahren zog Schmidt der damals frisch gegründeten Familie wegen nach Elsen. „Zuhause ist dort, wo man sich wohl fühlt“, sagt Roger Schmidt – demnach muss Elsen seine Heimat sein. Neben dem Couchtisch liegt das Fußballmagazin schlechthin: „11 Freunde“, das er aus „Spaß am Fußball“ liest. Auch zwei Kreuzbandrisse konnten ihm die Freude am runden Leder nicht nehmen.

Der tägliche Blick in die Zeitung gehört indes nicht zu einem Ritual für ihn. „Gerade wenn es turbulent zugeht, ist es gut, nicht alles zu lesen“, meint Roger Schmidt, der damit insbesondere auf seinen letzten Trainerjob bei Preußen Münster (damals vierte Liga) anspielt.
Ein großer Flachbildschirm nimmt sich seinen Raum im Wohnzimmer-Bereich. In Roger Schmidts Familienleben dient der Maxi-Bildschirm natürlich auch dem Verfolgen dessen, was sich in der Bundesliga tut, aber am liebsten verbringt der gebürtige Sauerländer Zeit mit seinen Lieben.

Die Terrasse ist in der Sommerzeit liebster Platz der Schmidts. Dank einer der Witterung Einhalt gebietenden Vorrichtung findet hier sogar ein Sofa an der Rasenkante bedenkenlos Platz. Das frische Grün mäht der unter dem Sternzeichen Fische Geborene (Geburtstag: 13. März) selbst. An der Tischtennisplatte liefert er sich hier so manches Match mit seinem Nachwuchs.

Der sportliche Allrounder kam erst relativ spät zum Fußball. „Ich hätte auch Basketballer werden können“, so Roger Schmidt, der nun, da wir draußen Platz genommen haben, dem Hund mit der Linken durchs Fell fährt.

Er liebt die Ruhe und glaubt an die Mannschaft

Roger Schmidt liebt die Ruhe, glaubt an den Charakter seiner Mannschaft, ist aber Realist. „Wenn der Ball vom Innenpfosten wieder heraus springt und du das Glück ganz einfach nicht hast, dann bleiben die Punkte auch mal liegen und es kann unruhig werden.“

Umso wichtiger, dass der passionierte Käfer-Cabriolet-Fahrer (Baujahr 1979) zuhause einen Gang raus nehmen kann. Hier in Elsen, wo er nur einer von vielen ist. Einer wie Meier, Müller oder eben Schmidt.