Zuhause bei… Sabine Paus, First Lady von Paderborn

Der antike Sekretär, auf dem Familienfotos in edlen Rahmen stehen, stammt aus der Familie von Heinz Paus. „Ich mag es, wenn Farbe und Stil der Möbel zueinander passen“, sagt Sabine Paus, die die Einrichtung des Hauses maßgeblich beeinflusst hat.

VON CHRISTIANE BERNERT

Paderborn. Morgens um sieben Uhr sitzen Sabine und Heinz Paus gemeinsam am Esstisch im Wohnraum, beide lesen Zeitung, der heiße Kaffee dampft in den Tassen, es herrscht ein stilles Einverständnis darüber, dass diese Ruhe durch nichts gestört wird. Die Welt ist in Ordnung.
Wenig später gehen sie ihrer Wege: Bürgermeister Heinz Paus in die Stadtverwaltung, seine Frau mit Enkeltochter Lisa (5) in die Kita, oder ins Büro für Bürgerengagement im Rathaus. Sitzungen für Projekte, deren Schirmherrschaft sie übernommen hat, und Gremien anderer Unternehmungen, für die sie die Verantwortung trägt, stehen ebenso häufig auf ihrer Tagesordnung. Manchmal geht sie auch in eine Buchhandlung, um ein neues Buch für den Literaturkreis auszuwählen.

Am eigenen Profil arbeiten

„Ich bin ja nicht ausschließlich die Frau des Bürgermeisters“, sagt Sabine Paus mit ganz entspanntem Unterton in der Stimme. Es entspreche ihrem Charakter, ein eigenes Profil zu haben und ständig daran zu arbeiten. „Damit wäre meinem Mann ja nicht geholfen, wenn ich nur hinter ihm herdackeln würde“, schmunzelt die First Lady Paderborns. „Als wir 1999 hierher zogen, war das eine wunderbare Chance für mich, neue Dinge anzupacken.“ Gleichwohl ihr der Abschied von Detmold nicht leicht fiel, wo sie zwanzig Jahre lang mit ihrem Mann wohnte, die beiden Söhne bekam und tief verwurzelt war. Die Lipperin blickt jedoch stets nach vorne. „Unser Haus wurde innerhalb von vier Monaten umgebaut. Ich habe dafür gesorgt, dass es wohnlich und gemütlich wird.“ Die Geschichte des Hauses, ruhig gelegen in der Südstadt, mit einem Garten, der sich von Osten nach Westen erstreckt und immer ein sonniges Plätzchen bietet, hat für die Familie Paus eine besondere Bedeutung. Erste Pläne dazu stammen vom April 1955, dem Monat und dem Jahr, in dem Sabine Paus geboren wurde. Die Hausnummer ist die 27, der Tag jenes Monats, an dem die jetzige Bewohnerin das Licht der Welt erblickte. Eigentlich wollte das Paar nicht erneut ein altes Haus kaufen. In Detmold wohnte die Familie zuletzt in einem wunderschönen Haus am Landschaftsschutzgebiet mit Blick auf den Hermann, das sie mit viel Engagement umgebaut hatten und nach dem Umzug nach Paderborn verkauften. Das haben die Eheleute mit ihrem Paderborner Domizil nicht vor. Es liegt nah an der Innenstadt, 15 Minuten benötigt Heinz Paus, bis er zu Fuß im Büro ist. Seine Frau findet das passend. Nicht nur, weil er es an manchen Tagen schafft, mittags nach Hause zu kommen: „Die Bürger wollen ihren Bürgermeister doch auch sehen. Das ist bei der Lage unseres Hauses möglich.“
Die Gartengestaltung gehört zu den Hobbys von Sabine Paus; für die Aktion „Kunst trifft Garten“ wurde die Idylle für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ob die Eheleute im Spätsommer abends auf der Terrasse sitzen, ein Glas Wein genießen und den Tag gemütlich ausklingen lassen? „Das ist in diesem Jahr vielleicht zwei Mal vorgekommen, die Zeit reicht oft nicht. Mein Mann hat jede Menge Verpflichtungen“, erzählt Sabine Paus und wirkt auch dabei ganz gelassen. Bei möglichst vielen Terminen ist sie an der Seite des Bürgermeisters. „So unterstützen wir uns gegenseitig und verbringen Zeit miteinander“, sagt sie und betont, dass es ihr Spaß macht, „Bürgermeistergattin“ zu sein.

Immer Richtung Santiago

Die wenigen Stunden, die sie gemeinsam zuhause und in Ruhe haben, werden nicht mit Hausarbeiten verschwendet: „Dass hier stets eine behagliche Atmosphäre herrscht, liegt in meinen Händen.“ Sabine Paus, die in Detmold Innenarchitektur studierte, hat einen Bick für die Kombination von Antiquitäten, funktionalen Möbeln, Erbstücken und Accessoires. Zu den Büchern im Wohnzimmer-Regal gehört auch die „Raupe Nimmersatt“, daneben sind Spiele von Enkeltochter Lisa gestapelt. Mit ihr verbringen die Großeltern möglichst viel Zeit. Und dann haben sie noch ein gemeinsames, wichtiges Projekt: „Wir werden den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela zuende gehen, die Pyrenäen liegen noch vor uns. Wir sind seit zehn Jahren unterwegs und haben Zeit.“