Wie könnte die Zukunft im Kreis Paderborn aussehen? Werden wir alle auf beheizten Radwegen fahren – wie es sie bereits in Kopenhagen gibt? Werden lokale Netzwerke für Handel und Wirtschaft wieder wichtiger als globale? Und wie sieht überhaupt Arbeiten in der Zukunft aus?

Ready for take off: v.l. Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi, Dr. Stefan Döring, Dr. Thomas Wassong (Chief Digital Officer, Kreis Paderborn), Lutz Renneke, Jugend- und Auszubildendenvertretung, Dezernent Ingo Tiemann, Dezernent Dr. André Brandt, Carolin Wahl-Knoop (Schwerbehindertenvertretung, Kreis Paderborn), Dezernent Martin Hübner, Elisabeth Voigtländer (Strategisches Personalmanagement, Kreis Paderborn), Dezernentin Annette Mühlenhoff, Christiane Sander-Hiegemann (Personalentwicklungsbeauftragte), Landrat Christoph Rüther, Max Thinius, Franz Kürpick (Personalratsvorsitzender), Moderator Tim Neubauer. Foto: Lina Loos/Kreis Paderborn

Mit diesen Fragen und weiteren Themen beschäftigten sich die Führungskräfte der Kreisverwaltung Paderborn im Rahmen des Zukunftstags 2021. „Unsere Welt ändert sich rasant. Und diese Entwicklung geht weiter, nimmt noch mehr Fahrt auf. Darauf müssen auch wir als Kreisverwaltung vorbereitet sein“, erläutert Landrat Christoph Rüther und erfasst damit das erklärte Ziel des Zukunftstages: Gemeinsam darüber nachzudenken, wie die Zukunft im Sinne der Bürger und Bürgerinnen und aller Mitarbeitenden gestaltet werden kann.

Als Referenten waren der Futurologe Max Thinius und der Experte für Personalmanagement Dr. Stefan Döring eingeladen, die den Tag mit ihren Vorträgen einleiteten und erste Impulse setzten. Während Thinius einen interessanten Blick auf aktuelle Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Zukunft anbot, beschäftigte sich Dr. Dörings Beitrag schwerpunktmäßig mit dem Thema „New Work“ und zeitgemäßem Führungsverständnis. Eine zentrale Botschaft zog sich bei beiden Referenten durch: Die Zukunft geschieht nicht einfach – sie wird gestaltet! Die schrittweise Digitalisierung bringt nicht nur Erleichterungen für die Bürgerinnen und Bürgern in der Kommunikation mit der Verwaltung, zum Beispiel indem sie zu jeder Uhrzeit und von jedem Ort Anträge stellen können. Auch in der Verwaltung selbst werden mehr und mehr analoge Routinetätigkeiten automatisiert. Das schafft freie Kapazitäten, die es im Sinne der Menschen zu nutzen gilt. „‚Nah bei den Menschen‘ schreiben wir uns auf die Fahnen und das wird so bleiben. Der technische Fortschritt wird daher nicht zu einer Entfernung von den Bürgerinnen und Bürgern führen, sondern uns vielmehr noch mehr Raum geben für persönliche Beratung und Service“, sagt Landrat Rüther. Doch, so betonten die Referenten, Veränderungen passieren nicht einfach so, sondern erfordern proaktives Handeln und Offenheit für grundlegende Veränderungsprozesse.

Bei lebhaften Diskussionen waren sich die Teilnehmenden einig: Der Kreis Paderborn sei als digitale Modellregion gut aufgestellt, doch stehe man erst am Anfang eines langen und kontinuierlichen Prozesses, den es gemeinsam zu gestalten gilt. Rüthers Fazit: „Auf uns alle kommen weitere Veränderungen zu und es ist mir wichtig, dass wir als Kreisverwaltung die Bürgerinnen und Bürger sowie unsere Mitarbeitenden auf die Reise mitnehmen und jenseits der gewohnten Pfade neue Möglichkeiten und Chancen entdecken“.