Zuhause bei… Wolfgang Walter, Sozialdezernent der Stadt Paderborn

Die Nachbarn bleiben gelassen, wenn Wolfgang Walter abends Beethoven-Sonaten spielt. Demnächst wird er mit seiner Tochter musizieren: Saxophon und Klavier.

VON CHRISTIANE BERNERT

Paderborn. Wenn er einen anstrengenden Tag hinter sich hat, entspannt Wolfgang Walter, als Sozialdezernent zuständig für Bildung, Jugend, Soziales und Sport, bei Beethoven. Wenn es richtig rund läuft, hat er vorher noch den Einkauf geschafft und für sich und seine Partnerin italienisches Gulasch zubereitet.

„Kochen ist ein Genuss für mich. Ich liebe Italien und die italienische Küche“, so Walter. Am Wochenende bewirtet Walter gerne Freunde, an den Tisch im Wohnzimer passen bis zu zwölf Personen. Dann ist die Tafel aufwändig gedeckt, mit Stoffservietten, Kerzen und frischen Blumen. Pinkfarbene Dahlien stehen ohnehin auf der Glasplatte, daneben liegt „Die Zeit“. Das Abo habe er seit seiner Studienzeit in Tübingen, nur einen Nachteil bringe das Format der Zeitung mit sich: „Ich kann sie nicht in der Badewanne liegend lesen. Schade.“ Außerdem findet er es bedauerlich, dass die Wochenzeitung allzuoft lediglich sporadisch gelesen im Altpapier landet. „Mein Job bringt viele Abendtermine mit sich. Wenn mir die Tätigkeit nicht so viel Spaß machen würde, wäre das kaum zu schaffen.“

Vor knapp zwölf Jahren verlässt Wolfgang Walter seine Heimatstadt Bamberg, um Jugendamtsleiter in Paderborn zu werden. Der studierte Theologe war zuvor in der Diözesanverwaltung tätig und sieht viele Vorteile in seiner Ausbildung. „Als Theologe lernt man, mit Menschen umzugehen, empathisch zu sein. Ich würde mich als spirituellen Menschen bezeichnen“, sagt Walter.

2002 wird er zum ersten Mal zum Sozialdezernenten gewählt. Dem Vater von drei erwachsenen Kindern ist Paderborn von Anfang an sympathisch: „Die Größe der Stadt gefällt mir, die Mentalität der Ostwestfalen ebenfalls.“ Bis zu seiner Pensionierung will er bleiben, später wäre ein Landhaus in Norditalien eine Option.

„Bis dahin habe ich nicht nur in meinem Job jede Menge Projekte auf der Tagesordnung, sondern auch bei meinen Ehrenämtern“, erklärt Walter. Als Präsident der Paderborn Baskets steht er fast jedes Wochenende in einer Sporthalle, irgendwo in Deutschland.

Stolzer Besitzer des Sternenkreuzers aus Lego

Nach Hause zu kommen, ist umso mehr eine Freude für Wolfgang Walter. Manchmal nimmt er dann seinen großen Sternkreuzer aus Lego aus dem Regal, stellt ihn behutsam auf den Tisch im Wohnzimmer und prüft, ob die Besatzung noch am rechten Platz steht. „Ungefähr eine Woche habe ich dafür gebraucht“, erinnert er sich. Vorerst freut er sich darauf, dass seine Tochter demnächst bei ihm einzieht, um eine Ausbildung in Paderborn zu absolvieren: „Wir werden jede Menge zusammen musizieren. Ihr Saxophon hat sie schon mal im Gästezimmer deponiert.“